Schüsse am Raschplatz

Führt die Spur ins Rotlichtmilieu?

Überwacht: Die Ermittler werten Videoaufzeichnungen aus dem Bereich um den Tatort aus.   Fotos: Thomas, Polizei

Überwacht: Die Ermittler werten Videoaufzeichnungen aus dem Bereich um den Tatort aus. Ein 25-Jähriger starb dort durch Schüsse.

Hannover. Die Mordkommission ermittelt gegen den 26-Jährigen, der die tödlichen Schüsse am Andreas-Hermes-Platz abgegeben haben soll. Sein Anwalt hatte sich am Donnerstag bei der Polizei gemeldet, der mutmaßliche Schütze wurde mit mehreren Messerstichen in der Medizinischen Hochschule behandelt. "Kriminalbeamte erwarteten den Mann in der Klinik und nahmen ihn vorläufig fest", sagt Staatsanwältin Kathrin Söfker. Ein Richter erließ Freitag Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags.

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Tödliche Schießerei am Pavillon

Ein 25-jähriger Mann aus Mazedonien ist bei einer Schießerei an der Weißekreuzstraße neben dem Andreas-Hermes-Platz erschossen worden. Video: Sommer

Nach HAZ-Informationen drehte sich die Schießerei um Streitigkeiten im Rotlichtmilieu, mehrere Personen sollen dem Verdächtigen vor einem Restaurant an der Lister Meile aufgelauert haben. Staatsanwältin Söfker will auf Nachfrage aber keine weiteren Angaben zur Schießerei, zu den Tatmotiven oder zur Mordwaffe machen.

Suche nach zwei teuren Autos

Allerdings sucht die Polizei weiter nach Zeugen. Die Ermittler veröffentlichten Freitag ein Foto des getöteten Mazedoniers. „Eventuell wird die Person wiedererkannt“, begründet Staatsanwältin Söfker den Schritt. Darüber hinaus sucht die Polizei einen schwarzen Audi Q5 mit HX-Kennzeichen und einen ebenfalls schwarzen Mercedes AMG C63 mit HB-Nummernschild. Söfker: „Die Personengruppe ist damit offensichtlich von Bremen nach Hannover angereist.“ Zeugen können sich unter Telefon (05 11) 109 55 55 melden.

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Parallel dazu werteten die Ermittler am Donnerstagabend die Videoaufzeichnungen der Parkhaus-Aufsicht im Bredero-Hochhaus aus. Auf den Sequenzen könnten die Banden womöglich zu sehen sein. Weil der Chef der Aufsicht im Urlaub ist, war die Analyse nach Angaben eines Angestellten nicht früher möglich.

Politik: Es müssen Taten folgen

In der Ratspolitik haben die Ereignisse auf dem Raschplatz-Areal Bestürzung ausgelöst. Die CDU-Ratsfraktion fordert, dass der Ankündigung der Stadt, ein neues Ordnungskonzept vorzulegen, endlich Taten folgen müssen. „Soll der Raschplatz vollends zu einer No-go-Area werden? Was muss noch passieren, damit man im Rathaus endlich aufwacht?“, fragt Fraktionschef Jens Seidel. In der nächsten Ratsversammlung will er den Raschplatz zum Thema machen.

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SPD-Parteichef Alptekin Kirci setzt zwar auf das von Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) in Aussicht gestellte Konzept für öffentliche Sicherheit in der City, erhöht aber auch den Druck. „Es muss etwas geschehen.“ Die Bürger müssten ein Grundvertrauen haben, dass Plätze sicher sind, und da sei der Staat in der Pflicht. Kirci: „Diejenigen, die sich an Recht und Gesetz halten, müssen sich sicher fühlen, und nicht diejenigen, die außerhalb der Gesetze stehen.“

Von Peer Hellerling
 und Andreas Schinkel

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