Burgdorf

Gasthaus Haase erweitert Bettenkapazität

Mutter Ruth und Tochter Merit Schewe vor dem soeben fertiggestellten Anbau ihres Hotelbetriebs an der Lehrter Straße.

Mutter Ruth und Tochter Merit Schewe vor dem soeben fertiggestellten Anbau ihres Hotelbetriebs an der Lehrter Straße.

Ahrbeck. Das Beherbergungsgewerbe in der Stadt rüstet weiter auf. Nachdem zwei kurdischstämmige Unternehmer angekündigt haben, jeweils Hotels mitsamt Restaurantbetrieb im Gewerbegebiet Nordwest zu bauen und in einem Fall auch noch in diesem Monat zu eröffnen, hat auch das alteingesessene Gasthaus Haase seine Hotelbettenkapazität erweitert. Die Betreiberfamilie Schewe, die das Haus bereits in der fünften Generation erfolgreich führt, hat eine halbe Million Euro in einen Hotelanbau investiert.

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1877 erteilte das Preußische Amt Burgdorf Heinrich Haase die Konzession zum Betrieb einer Wirtschaft, wie eine im Gastraum hängende Replik der Urkunde ausweist. Im 142. Betriebsjahr hat die Familie eine halbe Million Euro in die Hand genommen und einen Hotelanbau auf dem von der Lehrter Straße abgewandten Betriebsgelände errichtet. „Wir sind gut ausgelastet. Wir haben investiert, weil es oft nicht reichte“, sagt Albert Schewe. Vor allem zu Messezeiten sei das Haus voll.

Das Gasthaus mit Hotelbetrieb gehört Ruth Schewe und ihrem Bruder Heinz-Albert Haase. Ruth Schewes Mann, ein gelernter Fliesenleger, packt immer dann mit an, wenn Veranstaltungen im Hause es verlangen. Auch Heinz-Albert Haase unterstützt nach Kräften, wenn er von der Arbeit in seinem Brotberuf kommt. Fest angestellt ist Schewes Tochter Merit. Die 32-Jährige ist gelernte Hotelfachfrau und Köchin, ohne die der Fest- und Hotelbetrieb nur noch schwer zu managen wäre. Sie beherrscht nach fundierter Ausbildung bei Steigenberger die gut bürgerliche Küche auf höchstem Niveau, aber auch das selbst gemachte Sauerfleisch nach Großmutters Rezept, wie es im historischen Familienkochbuch festgehalten ist. Mit einer weiteren Halbtagskraft und Aushilfen bestreiten die Schewes ihren Fest- und Beherbegungsbetrieb.

Der Hotelanbau entstand bereits im Frühjahr. Im April stand das Gebäude. Vergangene Woche noch erledigte ein Gartenbaubetrieb die Arbeiten an den Außenanlagen. Im Laubengang des ersten Stockwerks sind noch Restarbeiten fällig: Dort muss erst noch der Bodenbelag verlegt werden. Dann ist alles fertig. Am jüngsten Wochenende waren bereits etliche Zimmer im Neubau vermietet. Eine Familie aus Lehrte hatte im Saal des Gasthauses gefeiert. Die Gäste wollten nicht mehr heimfahren und blieben über Nacht, wie es häufig bei solchen Feiern geschieht.

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Über 40 Betten verfügt das Haus inzwischen im Alt- und im Neubau. Die Zimmer im Altbau sind gerade erst mit neuen Möbeln ausgestattet worden. Mit dem Neubau kamen elf Einzelzimmer hinzu. Die Betten dort können jeweils ausgezogen werden, sodass gegebenenfalls auch zwei Personen in einem Zimmer übernachten können.

Die Familie ist zuversichtlich, dass sich die Investition trotz der zwei neuen Hotels im Nordwesten der Stadt bezahlt machen wird: „Wir machen ja kein A-la-Carte-Geschäft, sondern konzentrieren uns auf Familienfeiern ab 20 Personen aufwärts, Gruppenessen und haben viele Eigentümerversammlungen und Treffen von Vereinen“ sagt Ruth Schewe: „Uns ist nicht bange.“ Anfang September sei wieder das Heiligenbeiler-Treffen im Hause, das einst schon Hermann Löns in einem seiner Wanderberichte erwähnt hatte.

Dehoga: Die Kernstadt hat Bedarf

Mit dem Hotelanbau des Gasthauses Haase und den beiden Hotelneubauten im Gewerbegebiet Nordwest bekommt die Stadt 60 neue Hotelbetten. Das entspricht fast einem 34-prozentigen Zuwachs an Hotelbetten in der Stadt, wo das Gasthaus Haase (bisher 29), das Hotelrestaurant Försterberg (36), das Hotelrestaurant Bähre (21) in Ehlershausen, der Landgasthof Voltmer in Ramlingen (40) und das Concorde Sporting Hotel in Hülptingsen (53) zusammengerechnet auf 179 Betten kommen. Dabei ist die Moormühle in Beinhorn noch nicht mitgerechnet, dessen Gästebetten allerdings nur zusammen mit einem Event gebucht werden können. „In der Kernstadt gibt es sicherlich Bedarf“, sagt Elmar Schulz, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) im Altkreis Burgdorf. Schon wegen der vielen Berufsschüler, die aus ganz Norddeutschland zum Blockunterricht in der BBS nach Burgdorf kommen. Von einem Aufbau des Bettenangebots im Altkreis könne allerdings keine Rede sein. Wenn in Hannover Messen stattfänden, sei die Auslastung der Beherbergungsbetriebe kein Problem. Zu anderen Zeiten könne das allerdings schon der Fall sein, sagt Schulz, der hofft, dass sich die Anbieter in Burgdorf nicht auf einen Preiskampf einlassen, um ihre Zimmer zu füllen.

Von Joachim Dege

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