Langenhagen

Gedenken an Beginn des Zweiten Weltkriegs

Nicht so viele Langenhagener nehmen sich die Zeit für das Gedenken; doch wer teilnimmt, ist ergriffen.

Nicht so viele Langenhagener nehmen sich die Zeit für das Gedenken; doch wer teilnimmt, ist ergriffen.

Langenhagen. Alle Einwohner Langenhagens waren eingeladen, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen. Doch an der Stele im Rathaus-Innenhof fanden am Rande des normalen Sonnabend-Einkaufsgewimmels auf dem Marktplatz nicht viele Menschen die Zeit, der Opfer des Zweiten Weltkriegs zu gedenken an diesem Jahrestag. Der 1. September 1939, daran erinnerte der stellvertretende Bürgermeister Willi Minne, gilt als Beginn dieses Krieges, als das nationalsozialistische Reich sechs Jahre nach der Machtübernahme Hitlers in Polen einmarschierte. „Noch leben unter uns Menschen, die den Krieg erlebt haben. Sie haben das Erlebte nie vergessen und sprechen oft erst jetzt darüber“, mahnte Minne.

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Zur Erinnerung verpflichtet

Warum immer wieder erinnern? „Die Erinnerung lässt die Betroffenen nicht los“, sagte Minne. Das gelte auch für die Bewohner der Staaten, die von dem Krieg getroffen wurden. „Auch dort ist das Geschehen in das kollektive Gedächtnis eingegraben. Wir schulden es den Betroffenen von damals, uns der Vergangenheit zu stellen.“ Zur deutschen Geschichte gehörten aber auch die positiven Seiten: „Wir haben eine stabile Demokratie aufgebaut, und die EU gilt vielen Staaten als Muster“, betonte der stellvertretende Bürgermeister.

Gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Ulrike Jagau verlas er in der kleinen Zeremonie die Totenehrung und legte ein Blumengebinde an der Stele nieder. Eine Abordnung des Langenhagener Blasorchesters begleitete das Gedenken musikalisch. Wer dabei war, sah auch auf den Gesichtern der Teilnehmer, dass dies nicht einfach abzuhaken war.

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Die beiden stellvertretenden Bürgermeister legen an der Stele ein Kranzgebinde nieder

Die beiden stellvertretenden Bürgermeister legen an der Stele ein Kranzgebinde nieder.

Zum Hintergrund des Gedenktages am 1. September lieferte die Stadt Langenhagen noch diese Informationen: Der Beschuss der Danziger Westerplatte, einer langgestreckten Halbinsel an der Ostseeküste, durch ein deutsches Kriegsschiff am 1. September 1939 gilt als Beginn des Zweiten Weltkrieges. Aus diesem Grund halten an diesem Datum vielerorts Menschen inne, um gemeinsam der Opfer der Kriegsjahre zwischen 1939 bis 1945 zu gedenken. In dieser Zeit kamen europaweit etwa 46 Millionen Menschen ums Leben – knapp 28 Millionen Zivilisten sowie 18 Millionen Soldaten.

Langenhagen muss viele Opfer bringen

Die Landgemeinde Langenhagen hat in diesem Zeitraum ebenfalls Verluste zu verzeichnen gehabt. Mehr als 400 Soldaten sind gefallen, mehr als 100 Personen wurden vermisst und 65 Zivilopfer kamen unter anderem im Zuge der mehr als 200 Fliegerangriffe (Bombardierungen) um. Über Langenhagen wurden verhältnismäßig viele Sprengkörper abgeworfen. Bei ihnen handelte es sich größtenteils um Bomben, die die Piloten über ihrem eigentlichen Zielgebiet Hannover nicht haben abwerfen können. Um das Flugzeug vor dem Rückflug zu erleichtern, wurden solche „überflüssigen“ Sprengkörper dann häufig über Langenhagen ausgeklinkt. Mit der Folge, dass am Ende des Zweiten Weltkrieges mehr als zwei Drittel Langenhagens zerstört waren.

Von Ursula Kallenbach

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