Gehrden

Gegen Abwerbungsversuche ist Chefarzt immun

Chefarzt Prof. Dr. Jochen Wedemeyer vom Klinikum Robert Koch Gehrden demonstriert am Fingerrücken einer Versuchsperson beispielhaft die Funktionsweise eines Endoskops. Für seine besonderen Kenntnisse im Bereich interventioneller Endoskopie bei Magen- und Darmspiegelungen ist er bereits zum zweiten Mal in die Liste von Deutschlands "Top-Ärzten" aufgenommen und mit einer Urkunde geehrt worden.

Chefarzt Prof. Dr. Jochen Wedemeyer vom Klinikum Robert Koch Gehrden demonstriert am Fingerrücken einer Versuchsperson beispielhaft die Funktionsweise eines Endoskops. Für seine besonderen Kenntnisse im Bereich interventioneller Endoskopie bei Magen- und Darmspiegelungen ist er bereits zum zweiten Mal in die Liste von Deutschlands "Top-Ärzten" aufgenommen und mit einer Urkunde geehrt worden.

Gehrden. Freundliches Lächeln, herzliche Begrüßung, keine Empfangsdame - schon bei der Ankunft im Büro des Chefarztes der Medizinischen Klinik I am Klinikum Robert Koch wird schnell klar: Das Uraltklischee vom rauschebärtigen Professor mit weißem Kittel, der als graue Eminenz über jeden Zweifel erhaben ist, kann in der viel zitierten Schublade bleiben. Und noch bevor das Gespräch richtig beginnt, serviert Wedemeyer zwei Pappbecher mit frischem Kaffee.

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Er gilt seit dieser Woche wegen seiner besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich interventioneller Endoskopie bei Magen- und Darmspiegelungen als einer der besten Ärzte in Deutschland. Zu diesem Schluss kommt zumindest das Magazin Focus Gesundheit, das in regelmäßigen Abständen die Liste „Deutschlands Top-Ärzte“ aktualisiert. Wedemeyer ist schon zum zweiten Mal in Folge dabei. "Das ist trotzdem immer noch etwas besonderes. Als ich jetzt den Brief und die Urkunde bekam, habe ich mich sehr gefreut", sagt er.

Trotzdem ist Wedemeyer eine Sache sehr wichtig: "Ich weiß nicht, wie allgemeingültig diese Liste ist", wiegelt er ab. Dabei ist auch dem 48-jährigen Familienvater aus Hannover bekannt: Die Focus-Ärzteliste führt Fachmediziner aus der gesamten Bundesrepublik auf, die auf ihrem jeweiligen Gebiet herausragend sind. Das Rechercheinstitut Munich Inquire Media befragt im Auftrag des Magazins unter anderem Klinikchefs, Oberärzte und niedergelassene Ärzte danach, wohin sie ihre eigenen Patienten schicken und welche Kollegen auf ihrem Fachgebiet gute Arbeit leisten.

Wedemeyer ist seit April 2011 Chefarzt für Innere Medizin in Gehrden. Er hat sich auf das Gebiet der interventionellen Endoskopie spezialisiert: "Die Methode ermöglicht es, durch den Mund oder Enddarm Gewebeproben zu entnehmen und Gallensteine oder Tumorvorstufen zu entfernen", sagt er.

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Wedemeyer führt seine Spezialkenntnisse auf jahrelange Erfahrung zurück: Er führt diese Eingriffe täglich an fünf bis sechs Patienten durch. Rund 5500 endoskopische Untersuchungen habe das Gehrdener Klinikum im vergangenen Jahr vorgenommen. Der Chefarzt für Innere Medizin räumt unumwunden ein. "Es ist eine tolle Herausforderungen, besonders schwierige Fälle überwiesen zu bekommen und zu lösen." Er bleibt aber auch bescheiden: Bei allen Eingriffen sei immer eine „exzellente Assistenz“ erforderlich.

Wedemeyer ist seit sechs Jahren am Standort Gehrden. Nach seinem Medizinstudium in Hannover absolvierte er Ende der Neunzigerjahre zunächst zu Forschungszwecken Auslandsjahre in Stanfordund in Boston. Anschließend sei er an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) tätig gewesen - von 2006 an als Oberarzt und Leiter der Endoskopie.

Der Grund dafür, dass er inzwischen im Gehrdener Krankenhaus arbeitet, ist schnell erzählt: "Ein Kollege hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, in Gehrden zu arbeiten. Dann haben wir uns getroffen und schnell gemerkt, dass wir ähnliche medizinische Vorstellungen haben", erzählt Wedemeyer.

Er macht aber kein Geheimnis daraus: Es gebe regelmäßige Abwerbungsversuche. Dagegen ist Wedemeyer aber offenbar immun. Zurzeit gebe es keinen Grund zu wechseln, weil es in Gehrden dafür viel zu nett sei. "Es macht so viel Spaß, morgens zur Arbeit zu gehen", sagt er. Am Gehrdener Klinikum könne er sich auch als Chefarzt menschlich genau so geben, wie er sei. "Es gibt keine Grabenkämpfe, alle ziehen an einem Strang", berichtet Wedemeyer. "Wenn man mit den Chefarztkollegen sogar in der Freizeit zu den Fußballspielen von Hannover 96 ins Stadion geht, ist das eine tolle Lebensqualität."

Beruflichen Ehrgeiz hat der Mediziner aber auch nicht eingebüßt: "Ich versuche weiter, auf einem Top-Niveau zu arbeiten und für das Gehrdener Klinikum das Verfahrensspektrum weiter zu entwickeln."

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