Garbsen

Gelenkbus brennt in Havelse aus

Der Busbrand in Havelse um 12.30 Uhr aus Perspektive der Feuerwehr: Da ist nichts mehr zu retten.

Der Busbrand in Havelse um 12.30 Uhr aus Perspektive der Feuerwehr: Da ist nichts mehr zu retten.

Garbsen. Der Fahrer kann das Bild noch gar nicht verarbeiten. Vor ihm auf der Hannoverschen Straße steht nur noch das Gerippe seines Gelenkbusses. Alles was Plastik, Stoff, Sitzfüllung oder Gummi war, ist verbrannt, zerflossen und verkohlt. Die Hitze des Feuers war so groß, dass rechts und links der Straße Bäume, Hecken und ein Zaun Feuer fingen. Die Straße bietet ein Bild der Verwüstung.

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Linienbus brennt in Havelse aus

Ein Linienbus ist am Freitag in Garbsen bei Hannover aus noch ungeklärter Ursache vollständig ausgebrannt. Fahrer und Passagiere blieben unverletzt. Ein Video von Markus Holz.

"Ich fahre seit 2005 Bus, so etwas habe ich noch nicht erlebt", sagt der Mann, "Gott sei Dank ist niemand verletzt worden. Das wäre furchtbar gewesen." Er hat das Feuer im Rückspiegel gesehen, außerhalb des Busses. "Es kam aus dem Motorraum", sagt der Fahrer. Offensichtlich hat er in den Sekunden danach alles richtig gemacht: Er hat seinen Bus 50 Meter nach Entdecken des Feuers gestoppt und alle Türen geöffnet. "Es waren vielleicht noch fünf oder sechs Passagiere an Bord", sagt er. Und dann fast entschuldigend:"Ich wäre gerne noch woanders hingefahren, wo nicht so viel Verkehr ist und so viele Autos parken." Aber der Motor versagte, Weiterfahrt unmöglich.

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Um 12.26 Uhr löste die Regionsleitstelle einen Großalarm aus, wenig später war die Rauchsäule bis Hannover-Seelhorst zu sehen. Der Alarm galt die Feuerwehren Garbsen, Meyenfeld, Horst und Schloß Ricklingen - den sogenannten Zug Garbsen-West. Kurze Zeit später hatten rund 60 Ehrenamtliche Tisch und Teller, Arbeit und Auto stehen gelassen. Das Bild, das sich ihnen in Havelse bot, ließ ihnen wenig Hoffnung auf Erfolg. Enorme Hitze, starke Flammen durch die Kunststoffe, dichter Qualm. Der Rauch zog glücklicherweise fast senkrecht in den Himmel, Windstärke Null. Trotzdem waren alle Anlieger gut beraten, Fenster geschlossen zu halten. Die Gase sind nicht unbedenklich.

Fast jedes Feuerwehrmitglied legt Atemschutz an - schon wegen der eigenen Gesundheit. Wasser wird tonnenweise in den Bus gepumpt, danach Schaum, weil sich die Glut gerne in den Polstersitzen hält. Was oben an Wasser hinein geleitet wird, kommt unten wieder raus. Der Bus ist ein Sieb, die Straße ein Schaumteppich. Alles fließt in den Regenwasserkanal. Die Servicebetrieb Garbsen werden später einen Teil abpumpen. Der Rest landet in einem der Regenwasserbecken.

Unter der Hitze der Sonne und des Feuers wird der Einsatz schweißtreibend. Ein Feuerwehrmann liegt auf dem Gehsteig, eine Flasche Wasser in der Hand. Sanitäter sind bei ihm. Der Kreislauf ist durchgesackt. Ungerührt davon gehen einige Schaulustige mit ihren Smartphones so nah ans Feuer, wie es nur irgend geht. Feuerwehrpressesprecher Stefan Müller muss sie freundlich, aber bestimmt wegschicken. Die Polizei sperrt den Einsatzbereich ab.

Weil der Bus nicht mehr zu retten ist, schützen die Feuerwehren zuerst Hecken, einen Zaun und die beiden geparkten Fahrzeuge am Straßenrand. Beide werden durch die Hitze beschädigt, dürften aber zu retten sein. Einige Anlieger hatten ihre Autos noch rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Gut 30 Minuten dauert der Kampf der Feuerwehren gegen Flammen und Glutnester.

Deutlich länger dauerte die Vollsperrung der Hannoverschen Straße zwischen Rehkamp und Feldstraße. Erst gegen 18 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Die Hannoversche Straße ist die wichtigste Durchgangsstraße in Havelse, gerne auch Ausweichstrecke während der Staus auf der A2. Die Autofahrer am Mittag gehörten zum ganz normalen Durchgangsverkehr. Wenn sich dieser Verkehr aber durch Havelses schmale Nebenstraßen quälen muss, folgt ein Chaos. Genervte Autofahrer vor allem im Bereich rund um die Schule auf der Schulstraße und am Hasenberge.

Brandermittler werden jetzt der Ursache des Busbrandes nachgehen, ein technischer Defekt gilt als wahrscheinlich. Über die Höhe des Schadens ist noch nichts bekannt. Angesichts der Tatsache, dass niemand verletzt worden ist, ist das letztlich auch Nebensache.

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Von Markus Holz und Stefan Bürgel

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