Fehlende Betten

Grippewelle: Hannovers Kliniken sagen Operationen ab

Viele Hannoveraner sind derzeit an der Grippe erkrankt, einige von ihnen auch schwer. 

Viele Hannoveraner sind derzeit an der Grippe erkrankt, einige von ihnen auch schwer.

Hannover. Die massive Grippewelle bereitet den Kliniken in Hannover immer größere Probleme. Die Influenza bringe die „Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen“ heißt es in einer Pressemitteilung, die das Regionsklinikum und Diakovere am Mittwoch gemeinsam veröffentlicht haben. Die Notaufnahmen quellen bereits seit Tagen über. Wegen vieler Grippepatienten, die stationär behandelt werden müssen, sagen Krankenhäuser jetzt sogar geplante Operationen kurzfristig ab. Dadurch sollen freie Betten für die schweren Influenza-Fälle geschaffen werden.

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Das Klinikum Siloah hat für Donnerstag (14. März) 90 schon länger geplante Operationen abgesagt. Auch in anderen Krankenhäusern des Regionsklinikums sei damit begonnen worden, einzelne, geplante Operationen zu verschieben, berichtet Sprecher Steffen Ellerhoff. Die betroffenen Patienten hätten verständnisvoll auf die Absagen reagiert.

Die Zahl der schweren Grippefälle sei in den vergangenen Tagen noch einmal angestiegen. In den Krankenhäusern von Diakovere, dem Friederikenstift und der Henriettenstiftung, mussten noch keine Operationen abgesagt werden. „Das könnte aber noch kommen“, sagt Sprecherin Maren Salberg.

Die Belastungen für die Pflegekräfte und die Ärzte seien derzeit durch die Grippewelle enorm, berichtet Ellerhoff. In allen Krankenhäusern des Regionsklinikums werde „am Anschlag“ gearbeitet. Das Personal befinde sich an der Grenze der Belastbarkeit, betont Salberg.

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Patienten wird empfohlen, bei grippeähnlichen Symptomen nicht direkt die Notaufnahmen aufzusuchen, sondern zunächst den Hausarzt zu konsultieren. Dieser kann dann gegebenenfalls eine Einweisung in ein Krankenhaus veranlassen. Eine Entspannung der aktuellen Lage wird sich wahrscheinlich erst mit einem Anstieg der Temperaturen ergeben.  Aber das ist derzeit nicht absehbar. Im Gegenteil: Es wird zunächst deutlich kühler.

Die Grippewelle wird auch immer stärker zum Problem der Blutspendedienste. Derzeit erhalte man zehn bis zwölf Prozent weniger Spenden als üblich, sagt Markus Baulke vom DRK-Blutspendedienst Springe, der für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bremen zuständig ist. Vor allem mit Blick auf die Osterfeiertage befürchtet Baulke einen Versorgungsengpass. Normalerweise würden im März die Vorräte aufgestockt, sagt Baulke. Derzeit passiere jedoch das Gegenteil: Die Bestände schrumpften und ein Mangel sei absehbar. Jeden Tag gebe es bis zu 350 Spender weniger, als üblich.

Von Mathias Klein

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