Uetze

Hänigsen: SPD feiert ihr 100-Jähriges

Die Vorstandsmitglieder Sonja Avemaria-Wrede (von links), Franziska Greite-Schillert, Michael Miethe und Manfred Scheller sichten Materialien für die SPD-Ausstellung.

Die Vorstandsmitglieder Sonja Avemaria-Wrede (von links), Franziska Greite-Schillert, Michael Miethe und Manfred Scheller sichten Materialien für die SPD-Ausstellung.

Hänigsen. „100 Jahre SPD in Hängen werden gebührend begangen“, kündigt Michael Miete an, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Abteilung Hänigsen-Obershagen-Altmerdingsen. Er bereitet mit anderen Vorstandsmitgliedern eine Ausstellung zu dem Jubiläum vor. Der stellvertretende Fraktionschef der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Miersch wird die Schau, die bis Ende Oktober im Dorftreff zu sehen sein wird, am Sonntag, 2. September, während eines um 11 Uhr beginnenden Festakts eröffnen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am Ende des Ersten Weltkriegs hatte sich der Matrosenaufstand in Kiel zur Novemberrevolution ausgeweitet. Diese erfasste das ganze Deutsche Reich und führte zur Ausrufung der Republik am 9. November 1918. In ganz Deutschland bestimmten vorübergehend Beauftragte der Arbeiterparteien und der Gewerkschaften als Arbeiter- und Soldatenräte das politische Geschehen. Auch in Hänigsen bildete sich ein Arbeiter- und Soldatenrat. „Er hat sich nach der Wahl im Januar 1919 wieder aufgelöst“, berichtet der SPD-Abteilungsvorsitzende Manfred Scheller.

Nach seinen Angaben belegen alte Parteimitgliedsbücher, dass es 1918 in Hänigsen Sozialdemokraten gab. „Es waren überwiegend die zugezogenen Bergleute, die hier in Hänigsen die SPD in Gang geschoben haben“, berichtet Scheller. Möglicherweise hätten auch schon vor 1918 SPD-Mitglieder im Ort gewohnt. Aber das lasse sich nicht belegen. Unterlagen gebe es hingegen über die Gründung einer SPD-Gruppe in Obershagen im Jahr 1919, sagt Scheller.

In der Ausstellung gehe es aber nur um die SPD in Hänigsen, betont Miethe. Die Abteilung werde eigene Dokumente wie Mitglieds- und Kassenbücher, Handzettel, Wahlplakate und Parteizeitungen zeigen, kündigt Kassiererin Franziska Greite-Schillert an. „Aus der Zeit der Weimarer Republik haben wir zum Beispiel Fotos vom Arbeitersportverein“, sagt Miethe. „Der hatte seinen Sportplatz an der Windmühle“, ergänzt Scheller. Die Arbeitersportvereine zählten in der Weimarer Republik ebenso wie zum Beispiel die Arbeiterbildungsvereine und der Radfahrerbund Solidarität zu den sogenannten sozialdemokratischen Vorfeldorganisationen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die SPD-Abteilung hat bisher wenig Material aus den Zwanzigerjahren und den Dreißigerjahren aufgetrieben. Wahrscheinlich hätten viele Hänigser Sozialdemokraten ihre Mitgliedsbücher und andere Unterlagen nach dem Parteiverbot 1933 vernichtet, um die NS-Herrschaft unbeschadet zu überstehen, vermutet Scheller.

„Wir haben noch ein Loch von 1946 bis 1969“, sagt Greite-Schillert. Wer Exponate zu diesem oder einem anderen Zeitraum der SPD-Historie in Hänigsen zur Verfügung stellen kann, soll sich bei Miethe, Telefon (05147) 9757750, melden.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken