Bredenbeck

Heimat-Kulturverein zeigt „Handel im Wandel“

Dieter Auras (von links), Birgit Schwier-Fuchs und Herbert Städtler sichten alte Aufnahmen von Geschäften, Werkstätten und Firmen.

Dieter Auras (von links), Birgit Schwier-Fuchs und Herbert Städtler sichten alte Aufnahmen von Geschäften, Werkstätten und Firmen.

Bredenbeck. Brause made in Bredenbeck? Vielen Menschen dürfte wohl nicht mehr bewusst sein, dass es in dem Ortsteil mal eine Brausefabrik gab – oder aber einen Miederwarenladen, ganze 14 Tischlereien in weniger als einem Jahrhundert und sogar Butter aus Sibirien wurde in Bredenbeck verkauft. Wie sich der Handel in Bredenbeck gewandelt hat, damit haben sich Dieter Auras, Birgit Schwier-Fuchs und Herbert Städtler vom Heimat-Kulturverein im Rahmen des Jahresthemas intensiv auseinandergesetzt. Ihre Ergebnisse stellen sie nun am Sonnabend, 8. September, ab 14 Uhr vor.

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Die Grundlagen für ihre Arbeit hat der mittlerweile verstorbene Hermann Griese bereits 1993 gelegt, als er in einem Buch alte Unterlagen über Werkstätten, Läden und Betriebe zusammengestellt hat. „Da sind viele Dinge drin, die mittlerweile in Vergessenheit geraten sind“, sagt Schwier-Fuchs. Daher haben die drei Vereinsmitglieder das Thema aufgearbeitet. „In einer Zeitkapsel haben wir eine Aufstellung der Gebäude aus dem Jahr 1921 gefunden“, sagt sie. Darauf habe ihre Arbeit dann aufgebaut. Sie haben die Wirtschaften, Läden und Werkstätten in einer Karte eingezeichnet und nachgeforscht, was im Laufe der Jahrhunderte noch so alles in diesen Gebäuden beheimatet war.

Dabei haben sie zum Teil auch überraschendes festgestellt: „Ich war überrascht, dass hier Dessous in einem Miederwarenladen verkauft wurden“, führt Schwier-Fuchs nur ein Beispiel auf. „Es gab zeitweise sogar eine Frau, die von Haus zu Haus zog und Mieder verkauft hat – wie heute bei Tupper-Partys“, ergänzt Städtler. Zudem waren 14 verschiedene Tischlereien in Bredenbeck ansässig. Und einige Häuser haben eine besonders wechselhafte Geschichte: „In der alten Stallung neben der Gaststätte ’Glück Auf’ an der Deisterstraße waren sieben verschiedene Gewerke untergebracht“, sagt Schwier-Fuchs. Nachdem das Gasthaus den Stall aufgegeben hatte, wurde dort zunächst Obst und Gemüse verkauft. Später zog die Kreissparkasse in das Gebäude ein. „Auch ein Café, ein Friseur, ein Wollgeschäft, ein Tee und Geschenkeladen und ein Reisebüro gab es dort“, sagt sie. Und auch die Gaststätte hatte zahlreiche Wirte: Der erste bekannte Wirt war Christian Städler, der das Gasthaus von 1880 bis 1905 führte. Ihm folgte Ferdinand Ribbach (1905 bis 1933) und Ewald Pape (bis 1964). Ab 1969 führte zunächst Fritz Seidensticker das Gasthaus und dann sein Sohn Gerd, bis die Wirtschaft 2010 geschlossen wurde.

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Zudem wurde von 1901 bis 1991 bei Niemanns Tafelwasser an der Deisterstraße Brause hergestellt. Carl Niemann habe die Brause zunächst Flaschenweise aus seinem Handwagen heraus verkauft –vor allem an Arbeiter aus dem Kalkwerk. „Dort haben sie ihm immer Schnaps angeboten“, sagt Städtler. Und da Neumann diesen nicht vertragen habe, habe er irgendwann angefangen auf dem Tisch zu tanzen – in Socken. „Daher auch sein Spitzname ’Söckchen’“. Zudem wurde in Bredenbeck auch sibirische Butter angeboten, ergänzt Auras. Diese wurde bis 1914 Holzfässern über St. Petersburg, Hamburg und Holtensen nach Bredenbeck gebracht und dann im Gasthaus, An der Beeke, verkauft.

Wer mehr über das Thema „Handel im Wandel“ in Bredenbeck erfahren möchte, der hat am Sonnabend, 8. September, die Gelegenheit dazu. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Heimatstube an der Wennigser Straße. Nach einer Erläuterung der Karte geht es dann auf einen Dorfrundgang, bei dem exemplarisch auf die Historie von drei Gebäuden näher eingegangen wird. Im Anschluss können Geschichten und Wissenswertes bei Kaffee in der Heimatstube ausgetauscht werden.

Von Lisa Malecha

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