Razzia bei Paketdienst

Hermes trennt sich von Subunternehmer

Polizei und Zoll durchsuchten im August den Zustelldienst in Langenhagen.

Polizei und Zoll durchsuchten im August den Zustelldienst in Langenhagen.

Hannover. Nach der Zoll-Razzia bei einem Subunternehmer des Paketdienstleisters Hermes vor einigen Wochen in Langenhagen hat sich das Hamburger Unternehmen von dem Dienstleister getrennt. Zu dem Entschluss sei man „nach internen Ermittlungen“ gelangt, erklärte am Freitag ein Hermes-Sprecher auf Anfrage der HAZ. Ab dem 1. Oktober sei „ein neuer Partner am Netz“.

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Verdacht auf illegale Beschäftigung

Zu konkreten Erkenntnisse aus den eigenen Ermittlungen wollte der Sprecher nichts sagen. Im August hatte der Zoll Räume des Subunternehmers in Langenhagen-Schulenburg durchsucht. Ihm wird die illegale Beschäftigung osteuropäischer Kurierfahrer sowie Unterschlagung von Sozialversicherungsbeiträgen vorgeworfen. Zollbeamte überprüften mehr als 60 Fahrer. Von den Männern aus Litauen, Weißrussland, Rumänien, Bulgarien und der Ukraine waren nur 14 ordnungsgemäß angemeldet. Bei 16 Litauern besteht der Verdacht der Scheinselbstständigkeit. Zwei Weißrussen und 31 Ukrainer hielten sich illegal in Deutschland auf.

Viele der Männer waren daher als Kurierfahrer ausgefallen. In der Folge war es in Hannover zu Verzögerungen bei der Zustellung von Paketen gekommen. Laut Hermes sind diese Probleme inzwischen behoben. „Wir verzeichnen keinen Paketstau“, sagte der Unternehmenssprecher.

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Das Fahrrad kommt nicht an

Offenbar hat Hermes dennoch zu vereinzelten Problemen bei der Zustellung. Eine Mutter aus Linden wartet seit dem 23. September auf die angekündigte Zustellung eines Fahrrads für ihre vierjährige Tochter. Seitdem frage sie täglich bei Hermes nach – und erhalte täglich die Zusicherung, das Paket werde am Folgetag zwischen 7 und 20 Uhr zugestellt. „Wäre es nur ein Pullover, würde ich mich nicht so ärgern“, sagt die Frau. „Meine Tochter glaubt mir aber nicht mehr, wenn ich ihr täglich erzähle, morgen kommt Dein Fahrrad bestimmt.“ Hermes versprach am Freitagnachmittag, sich um den Fall aus Linden zu kümmern.

Von Karl Doeleke

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