Seelze

Honeywells Belegschaft bangt um Arbeitsplätze

Rund 200 Mitarbeiter des Chemiekonzerns Honeywell bringen mit einer Kundgebung ihre Sorge um ihren Arbeitsplatz zum Ausdruck.

Rund 200 Mitarbeiter des Chemiekonzerns Honeywell bringen mit einer Kundgebung ihre Sorge um ihren Arbeitsplatz zum Ausdruck.

Seelze. „Jetzt reicht es“ und „Wir wehren uns“, so steht es auf den weißen Transparenten in roter Schrift zu lesen. Etwa 200 Mitarbeiter des Chemiekonzerns Honeywell sind am Dienstagmorgen einem Aufruf der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie gefolgt und haben ihre Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes zum Ausdruck gebracht. Viele von ihnen sprachen von Verunsicherung und Enttäuschung. Auslöser für die Kundgebung war die Ankündigung Honeywells, möglicherweise 140 der 600 Mitarbeiter zu entlassen.

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Das Chemieunternehmen hatte sich zu dem Stellenabbau noch nicht offiziell geäußert. Ein Unternehmenssprecher sagte vor einigen Tagen lediglich, dass Honeywoll nach einer sorgfältigen Prüfung der Geschäftsaktivitäten im Chemikalienbereich eine Umschichtung bestimmter Positionen vorschlage. In der Stellungnahme wurde ein Aktionsplan angekündigt, der noch mit dem Betriebsrat diskutiert werden soll.

Aus Mitarbeiterkreisen wurde jetzt genannt, dass die Verwaltung offenbar komplett an einen sogenannten Customer Service nach Rumänien ausgelagert werden soll. In der Produktion und im Laborbereich sollen ebenfalls Mitarbeiter freigesetzt werden. Dabei hofft das Unternehmen, dass das Personal zumindest in Teilen von einem Industriedienstleister übernommen wird, der die Fachkräfte bei Bedarf dann wieder dem Seelzer Werk zur Verfügung stellen kann.  Als ein Grund für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird die internationale Konkurrenz genannt. Dazu soll Honeywell sich mit der Übernahme des ebenfalls in Seelze ansässigen Geschäftsbereichs Forschungschemikalien von Sigma-Aldrich in Seelze verhoben habe. Sigma-Aldrich war zuvor an den Pharmakonzern Merck verkauft worden. Zunächst waren die Auswirkungen für den Seelzer Standort mit rund 140 Mitarbeitern unklar, die etwa 6000 Produkte herstellen. Honeywell hatte schließlich im Oktober 2015 die Labor-Sparte von Sigma-Aldrich in Seelze für 105 Millionen Euro gekauft. Es soll aber Probleme mit der Logistik gegeben haben: Chemikalien sollen auf dem Werksgelände in Sonderschichten in Zelten sortiert worden sein, Verzögerungen und unzufriedene Kunden sollen die Folge gewesen sein. Im Seelzer Werk soll es zudem einen Sanierungsstau in zweistelliger Millionenhöhe geben.

Das Unternehmen verweist darauf, dass für Seelze noch nichts feststeht. „Der Vorschlag einer Umschichtung bestimmter Positionen soll es dem Geschäftsbereich besser ermöglichen, die Kundenerwartungen zu erfüllen und sogar zu übertreffen, sowie die Qualität und die Lieferfähigkeit unserer Produkte zu verbessern“, sagte gestern Martin Orsag, Kommunikationsdirektor von Honeywell Performance Materials & Technologies. Alle Details, einschließlich der Anzahl der betroffenen Mitarbeiter, würden erst nach den laufenden Beratungen feststehen, betonte Orsag.

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Von Thomas Tschörner und Sandra Remmer

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