Isernhagen

Hort-Container: Politik vertagt Entscheidung

Das Kultusministerium hat Klassenräume für die Nutzung auch durch Hortgruppen freigegeben. Die Bedingung sind allerdings Nutzungsvereinbarungen.

Das Kultusministerium hat Klassenräume für die Nutzung auch durch Hortgruppen freigegeben. Die Bedingung sind allerdings Nutzungsvereinbarungen.

Isernhagen H.B./Kirchhorst. Braucht es noch die Container, die wegen der neuen Hortgruppen in Isernhagen H.B. und Kirchhorst angemietet werden sollten? Die Gemeindeverwaltung hält sie für verzichtbar, der Politik geht das jedoch deutlich zu schnell.

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Auf Druck vieler Eltern hatte die Politik zusätzliche Hortgruppen für drei Ortsteile beschlossen. An der Grundschule in Altwarmbüchen war das räumlich durch Umbauten zu lösen, für Kirchhorst und H.B. sollten Container angemietet werden. In H.B. sollte ab Sommer 2019 die neue Hortgruppe selbst im Container untergebracht werden, in Kirchhorst war ein Tausch geplant: Für die mittlerweile gestartete Hortgruppe wurde der bisherige Toberaum des Jugendtreffs umgebaut, der Jugendtreff wiederum sollte als Ersatz einen Container erhalten.

Doch nach Ansicht der Gemeindeverwaltung sind beide Container nunmehr verzichtbar. Den aktuell und wohl auch künftig defizitären Haushalt würde das in den nächsten fünf Jahren um immerhin 160.000 Euro entlasten.

Der Grund für diese Meinungsänderung ist eine Ankündigung des Niedersächsischen Kultusministeriums von Ende August. Um den Rechtsanspruch in der Kindertagesbetreuung sicherzustellen, will es die Kommunen durch verschiedene Maßnahmen unterstützen. Unter anderem soll künftig eine gemeinsame Nutzung von Schulräumen für den Schul- und Hortbetrieb möglich sein, wie sie auch die Gemeinde Isernhagen seit langem fordert.

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Dadurch könnte die neue Hortgruppe in Kirchhorst in einen Klassenraum umziehen, der Jugendtreff bekäme seinen Toberaum zurück. Und auch für die zusätzliche Hortgruppe in H.B. wäre kein Container nötig. Voraussetzungen sind allerdings Nutzungsvereinbarungen, in denen die Ausgestaltung und Einrichtung der Klassenräume geregelt sind, „so dass der Hort seinen Bildungs- und Erziehungsauftrag angemessen erfüllen kann“, wie es in einer Sitzungsvorlage heißt.

Und da liegt für die Politiker die Krux, wie sich am Mittwochabend im Sozialausschuss zeigte –denn noch gibt es diese Nutzungsvereinbarungen nicht. Den Politikern reichten die Beteuerungen der Verwaltung, dass man im Gespräch mit den Schul- und Hortleitungen auf einem guten Weg sei, nicht. Sie habe ein erhebliches Problem damit, den Ratsbeschluss zu den Container zu kippen und das Geld zu streichen, ohne dass es ein konkretes Nutzungskonzept gebe, sagte Ute Bobe (parteilos). Und Hans-Edgar Ojemann (SPD) kritisierte die Verwaltung, dass diese die Politik nicht längst informiert habe, dass der Ratsbeschluss nicht umgesetzt werden soll. Die Erste Gemeinderätin Nicole Jürgensen hielt dem entgegen, dass die Verwaltung von Anfang an klar gemacht habe, dass sich in punkto neue Hortgruppen nicht alles sofort umsetzen lasse.

Letztlich sprach sich der Sozialausschuss mehrheitlich dafür aus, das Geld für die beiden Container im Haushaltsplan 2019 zu belassen, aber diese noch nicht zu ordern. Die Verwaltung soll in der Februar-Sitzung die Konzepte vorstellen, wie sich Schulklassen und Hortgruppen die Klassenzimmer teilen können. Sollte der Rat jedoch in seiner dann nächsten Sitzung Ende März beschließen, dass doch Container beschafft werden sollen, wird es wohl nichts werden mit dem Start der neuen Hortgruppe in H.B. zum Schuljahresbeginn im Sommer: Für die Aufstellung ist eine Baugenehmigung nötig, und die braucht Zeit.

Von Frank Walter

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