Linden-Mitte/Linden-Nord

IGS-Neubau über dem Schnellweg?

Das Gebäude der IGS Linden am Lindener Berge ist marode – nun wird über einen Neubau nachgedacht.

Das Gebäude der IGS Linden am Lindener Berge ist marode – nun wird über einen Neubau nachgedacht.

Linden-Mitte/Linden-Nord. Eine unkonventionelle Variante für einen möglichen Neubau der sanierungsbedürftigen IGS Linden regt der frühere SPD-Ratsherr Ernst Barkhoff an: Nach seinen Vorstellungen könnte ein neues Schulgebäude auf einer überbauten Fläche am Lindener Berg entstehen, die in Höhe der Sportanlage von Linden 07 über den Trog des Westschnellwegs führt. „Eine umfassende Erneuerung der IGS ist auf dem derzeitigem Grundstück aus Platzgründen kaum möglich“, sagt Barkhoff. Mit einer brückenartigen Bebauung könne das bestehende Areal erweitert werden – ohne eine neue Fläche erwerben zu müssen. Ginge es nach Barkhoff, soll die Stadt dabei gleich den großen Wurf planen: Er schlägt vor, das ebenfalls sanierungsbedürftige Freizeitheim in Linden-Nord aufzugeben und in den Schulneubau zu integrieren.

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Hier könnte die neue IGS Linden entstehen

Hier könnte die neue IGS Linden entstehen.

Barkhoff, der in den Neunzigerjahren Vorsitzender des Bauausschusses im Stadtrat war und sich 2001 aus der aktiven Kommunalpolitik zurückgezogen hat, sieht in seinem Vorschlag mehrere Vorteile. Die Schule erhalte durch eine breite Brückenplatte auch einen Lärmschutz. Zudem lasse sich mit einer solchen Konstruktion eine direkte Verbindung von der IGS zu Linden 07 herstellen – mit besseren Möglichkeiten zur Kooperation. Letztlich würden auch noch die Grünflächen des Von-Alten-Gartens mit dem Lindener Berg verbunden.

Die Idee kommt zur rechten Zeit: Die Ampelkoalition im Rat der Stadt hatte im Juni beschlossen, dass die Verwaltung neben einer Sanierung des maroden IGS-Gebäudes aus den Siebzigerjahren auch die Option eines Neubaus prüfen soll – ohne bisher zu thematisieren, ob und wie das jetzigen Standort möglich ist. Auch wie ein Neubauprojekt finanziert werden könnte, ist noch völlig offen. Ende November werden erste Zwischenergebnisse erwartet.

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Für Barkhoff ist nicht vorstellbar, wie ein Weiterbetrieb der Schule in den Grenzen des bestehenden Grundstücks möglich wäre, wenn dort umfassende Abriss- und Neubauarbeiten laufen sollten. Schon durch die Unterrichtscontainer, die als Ausgleich für die IGS-Außenstelle in der Ihmeschule aufgestellt werden, werde es auf dem bestehenden Areal eng. Und in den Von-Alten-Garten auszuweichen müsse tabu sein, betont er.

Barkhoff, der Maschinenbau studiert hat, ist überzeugt, dass die von ihm vorgeschlagene Lösung zu realisieren ist: „Mit deutscher Ingenieurskunst ist das machbar.“ Zumal der Trog des Schnellwegs wegen der Hanglage nicht vertief werden müsse. Er schlägt vor, einen Architektenwettbewerb auszuloben. Über die Kosten eines solchen Projekts, das gibt er zu, habe er sich noch keine Gedanken gemacht. „Ich will eine Diskussion anstoßen“, sagt er.

Schulleiter Peter Schütz ist dafür offen. Ebenso wie Daniel Gardemin, Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat und Mitglied der grünen Fraktion im Stadtrat. Er schätzt, dass es technisch möglich ist, eine etwa 100 Meter breite Brückenkonstruktion anzulegen: „So würde man dem Lindener Berg an dieser Stelle auch einen Teil seiner früheren Kuppe zurückgeben.“ Christine Kastning, Fraktionschefin der SPD im Stadtrat, ist vorsichtiger: Der Startschuss für die konkrete Diskussion über die Zukunft der IGS falle im Herbst, sagt sie. „Anregungen sind immer gut, und wir werden die Vorschläge von Herrn Barkhoff in dem Diskurs auch mitbetrachten.“ Konkretes Interesse besteht bei den Genossen offenbar: Am 24. September soll Barkhoff, der der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Bildung angehört, seine Idee bei einem kleinen Parteitag der SPD vorstellen.

Der denkt noch weiter: Er regt an, einen IGS-Neubau so zu planen, dass gleich noch das Freizeitheim Linden integriert werden könnte. So ließen sich Räume gemeinsam nutzen, Mensa und Gastronomieangebote verbinden und inhaltliche Themen aus dem Freizeitheim in den Unterrichtsalltag integrieren. Für eine solche Lösung wiederum kann sich Gardemin nicht erwärmen. Der Standort am Lindener Berg sei für ein Freizeitheim zu dezentral, sagt er. Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube ergänzt, dass es dort keinen Stadtbahnanschluss gibt. „IGS und Freizeitheim unter einem Dach – das wäre der ganz große Wurf, aber vielleicht wäre der dann zu groß und zu teuer“, gibt Grube zu bedenken.

Von Juliane Kaune

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