Burgdorf

IGS soll Bembenneck-Schule heißen

Eine bleibende Erinnerung für den Anfang des Jahres verstorbenen Rudolf Bembenneck könnte es sein, wenn die IGS seinen Namen trägt.

Eine bleibende Erinnerung für den Anfang des Jahres verstorbenen Rudolf Bembenneck könnte es sein, wenn die IGS seinen Namen trägt.

Burgdorf. Die IGS will sich den Namen Rudolf-Bembenneck-Gesamtschule geben. Die Stadt könnte auf diese Weise das Gedenken an den im Januar verstorbenen Theologen, der sich um die Aufarbeitung der Geschichte Burgdorfs große Verdienste erworben hat, bleibend wach halten. Ein vom Kulturausschuss des Rates gebildeter Arbeitskreis unterstützt das Ansinnen der Schule. Der Rat will in seiner Sitzung am 30. April eine Entscheidung fällen.

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Der Arbeitskreis habe zweimal getagt und Ende vergangener Woche schließlich den Durchbruch erzielt in der Frage, wie die Person Bembenneck angemessen geehrt werden könne, teilte Kulturausschussvorsitzender Hartmut Braun mit. Dass sich die Kommunalpolitiker jetzt dem schon seit Ende Februar vorliegenden Vorschlag der Schule angeschlossen hätten, dafür habe nicht zuletzt die Stellungnahme des von vier Kirchengemeinden und dem Kulturverein Scena getragenen Arbeitskreises Gedenkweg 9. November gesorgt, die Braun in der Kulturausschusssitzung verlas.

„Ausdruck der bleibenden Wertschätzung“

Bembenneck habe eben nicht nur Erinnerungsarbeit zugunsten der jüdischen Opfer von nationalsozialistischer Gewaltherrschaft geleistet. Er habe sich stets darum bemüht, seine Geschichtsforschung in die Schulen hinein zu tragen und jungen Menschen ein historisch belehrtes Gegenwartsbewusstsein nahe zu bringen, heißt es in der von Judith Rohde unterzeichneten Stellungnahme. Wenn jetzt an Bembenneck und sein Wirken bleibend erinnert werde, indem die IGS seinen Namen trägt und seine Bildungsarbeit fortsetzt, so sei dies „Ausdruck der bleibenden Wertschätzung der Stadtgesellschaft und angemessener als die Benennung von Straßenzügen oder die Widmung von Gedenktafeln, weil die Schule damit auch einen Auftrag für die Zukunft auf- und annimmt“.

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IGS-Schulleiter Rudolf Alker sagte zu, dass mit der Namensgebung Themen wie Menschenwürde und Toleranz im Schulleben verankert würden. Ein entsprechender Wahlpflichtkurs zur Stadtgeschichte werde eingerichtet. Auch die Familie Bembennecks sei einverstanden.

CDU-Fraktionsvorsitzender und Bürgermeisterkandidat Armin Pollehn verhehlte nicht, dass er anfangs wegen einer von ihm vermuteten „SPD-Lastigkeit“ –Bembenneck war SPD-Mitglied und die IGS-Gründung eine SPD-Initiative – Probleme gehabt habe mit dem IGS Vorstoß. Weil aber inzwischen klargestellt sei, dass mit der Namensgebung keine thematische Einengung auf die jüdische Geschichte einhergehe, habe auch die CDU letztlich zustimmen können, sodass sich für die entscheidende Ratssitzung am 30. August eine breite Mehrheit abzeichnet.

Von Joachim Dege

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