Neustadt

In der Küche wacht ein Höhlentroll

Fototermin auf der Zugbrücke: Patrick Bruns, Lars Petersohn, Renee Sennert und Shelly Höhne haben beim Innenausbau mit angepackt. Auch Daniel Geppert ist seit vielen Jahren bei allen Projekten Petersohns dabei.

Fototermin auf der Zugbrücke: Patrick Bruns, Lars Petersohn, Renee Sennert und Shelly Höhne haben beim Innenausbau mit angepackt. Auch Daniel Geppert ist seit vielen Jahren bei allen Projekten Petersohns dabei.

Schneeren. Auf den ersten Blick sieht das Haus aus, als hätte es einen Zeitknick: Unter den angejahrten Dachschindeln des 1968er-Reihenbaus sind Holzpalisaden angebracht, an Ketten hängt eine Zugbrücke, die zum Hauseingang führt. Zum Fototermin hat Hausherr Lars Petersohn Talglichter und Fackeln angezündet. Er hat einen ausgeprägten Sinn für Bilder und Details.

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Das zeigt sich auch, wenn man ins Haus eintritt. Die grob verputzten Wände sind  mit aufwändigen Gemälden verziert. Zum Beispiel über der Treppe, wo die Mannschaft eines Wikingerschiffs einen Wasserfall hinunter zu sausen scheint, raffiniert beleuchtet mit indirektem Licht hinter hölzerner Reling. Ein weiteres Wikingerschiff findet sich wenige Schritte weiter, an der Wand im Vorraum einer Sauna, an der Petersohn und seine Ausbauhelfer gerade arbeiten.

Für die Bilder ist zum Großteil Patrick Bruns verantwortlich, als Airbrush-Künstler "visualdelirium" gestaltet er auch Motorräder, Autos oder Garagentore. Beim Bauen helfen die langjährigen Freunde Daniel Geppert und Renee Sennert, letzterer kann dank eines beträchtlichen Kampfgewichts auch mal die Hunderte Kilo schwere Trollfigur durch die Küche schieben.

Trollfigur? Richtig gelesen. In Petersohns Küche wacht das übermannsgroße Monstrum, das aussieht, als sei es eben wutentbrannt durch die Wand zur Sauna gebrochen. Oder hungrig. In einer Pfanne auf dem holzbeheizten Herd brutzeln Bratwürste; Gemüse und Sauerkraut lagern in einem gemauerten Kühlschrank. Der läuft vollständig ohne Strom, wie Petersohn erklärt: Durch einen alten Schornstein zieht die kalte Luft aus dem Keller hoch. "Da habe ich immer 8 bis 12 Grad Celsius. Wenn man öfter einkauft, reicht das vollkommen aus", sagt der Tüftler. Und Nachbarin Shelly Höhne bringt an langen Ausbautagen auch mal Verpflegung vorbei.

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Den Troll hat Petersohn selbst gebaut, das Skelett besteht aus alten Bewehrungseisen vom Schrottplatz, gefüllt mit Glaswolle und verputzt mit säckeweise Gips. Praktisch für Petersohns Projekte: Er arbeitet halbtags auf Hartmut Wagners Schrottplatz in Neustadt. Der Chef hat Verständnis für Petersohns Gestaltungsdrang, unterstützt ihn mit Material und Fahrzeugen, wenn es sein muss. Und er gibt ihm auch mal frei, wenn Dreharbeiten anstehen. Mit dem kuriosen Ausbauprojekt ist das Quartett kürzlich in der Serie "Die Schnäppchenhäuser" bei RTL II aufgetreten. Und eine zweite Folge ist schon geplant.

Von Kathrin Götze

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