Langenhagen

Käthe-Kollwitz-Büste wächst um ein Drittel

Steinmetz und Bildhauer Uwe Spiekermann erläutert weitere Details seiner Arbeit.

Steinmetz und Bildhauer Uwe Spiekermann erläutert weitere Details seiner Arbeit.

Langenhagen. Welche Merkmale prägen das Gesicht der jungen Käthe Kollwitz? Und welche das der Älteren? Bildhauer Uwe Spiekermann richtet in diesen Tagen seine Aufmerksamkeit mehr denn je auf die Details, die er auf Fotografien, Zeichnungen und Selbstporträts findet. Denn langsam beginnt für den Langenhagener die Feinarbeit für jene Büste, die in den nächsten Monaten in Walhalla aufgestellt werden soll.

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Noch ein Aspekt beschäftigt den Bildhauer: Bislang hat er mit weißem Plastilin an einem Charakterkopf gearbeitet, der etwa ein Drittel kleiner ist als der, den das Land Bayern letztlich für die Halle der bedeutenden Persönlichkeiten in Donaustauf genehmigen wird. „Die Büste wird etwa 75 Zentimeter groß werden“, sagt Spiekermann, der einmal mehr mit der pensionierten Lehrerin Gabriele Meuer die Ideengeberin der Büste in seinem Atelier begrüßt hat. Sie wird begleitet vonden Schülern Nina und Joshua, die mit Fotografien und einem Film die Arbeit dokumentieren werden. Ab August, sagt Spiekermann, werde er mit dem größeren Format arbeiten.

Und dann steht wahrscheinlich die ältere Käthe Kollwitz mehr Modell für die Büste: „Das jüngere Gesicht ist zu glatt, das könnte langweilig sein“, sagt Spiekermann und fügt hinzu: „Im Alter hat ihr Gesicht mehr Ausdruck.“ Wohl auch deshalb liest er derzeit noch die Biografien der Frau, die vor fast 100 Jahren als erste Professorin an die Preußische Akademie der Künste berufen wurde und die sich außerordentlich für sozial Schwache einsetzte.

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Denn Spiekermann weiß: Der aus Südtirol stammende Bianco Statuario – weißer Marmor in höchster Qualität – ist ohnehin ein glattes, steriles Material. Konturen seien notwendig, um eben jenen Ausdruck darzustellen, den er als Kollwitz-typisch herausarbeiten möchte. Deshalb arbeite er jetzt mit Plastilin und nicht mit Ton, sagt der Bildhauer und Steinmetz. „Ton ist lebendiger, Plastilin und Marmor sind künstliches Material.“

Parallel dazu kümmert sich Meuer um die Formalitäten. Klar ist bislang, dass die Büste in Walhalla aufgestellt ist und dass Spiekermann seine Arbeit eigentlich bis 31. Oktober beenden soll. Aber: Den Entwurf nimmt eine Kommission des Wissenschaftsministeriums ab, die sich allerdings noch nicht gefunden hat. Erst danach kann der Künstler die eigentliche Büste beginnen. Zudem fehlt offenbar – entgegen früherer Aussagen – noch der Zeitplan: „Es gibt bislang noch keinen Termin für den Festakt, weil neben der Käthe-Kollwitz-Büste eine weitere Büsten-Aufstellung in Planung ist. Sobald ein Termin feststeht, werden wir zeitnah informieren“, teilt eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst mit.

Die Akteure aus Hannover und Langenhagen ficht das vorerst nicht an: Nina und Joshua unterbrechen für die Dokumentation erst einmal weiter ihre Ferien – um zu fotografieren und zu filmen. Denn im Gegensatz zu den ersten Terminen finden die Schüler nun genügend Details für ihre Arbeit.

Information: Etwa 30.000 Euro wird die Büste kosten, bislang fehlt noch ein fünfstelliger Betrag. Dafür haben Meuer und ihre Mitstreiter einen Verein gegründet, alle Käthe-Kollwitz-Schulen bundesweit um finanzielle Unterstützung angeschrieben und ein Informationsportal auf der Schul-Homepage (www.kks-hannover.de) im Menü-Punkt "Schulleben" unter den Projekten eingerichtet. Spenden für die Büste können eingezahlt werden mit dem Betreff Käthe Kollwitz zu Ehren e.V., IBAN DE42 2507 0024 0569 1506 00.

Von Antje Bismark

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