Vorwurf der Tierquälerei

Kunden kehren Schlachthof in Laatzen den Rücken

Verdacht der Tierquälerei: Leine-Fleisch in Laatzen verliert wichtige Großkunden.

Verdacht der Tierquälerei: Leine-Fleisch in Laatzen verliert wichtige Großkunden.

Hannover. Nach Vorwürfen der Tierquälerei im Schlachthof Leine-Fleisch in Laatzen verliert das Unternehmen wichtige Abnehmer. Zunächst hatte der Wurst-Basar aus Ronnenberg angekündigt, die Zusammenarbeit mit Leine-Fleisch vorläufig ruhen zu lassen, „bis alle Tatbestände glaubhaft ausgeräumt werden können“. Am Donnerstag folgten weitere Abnehmer, darunter die Handelsriesen Aldi und Kaufland.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am Montag war bekannt geworden, dass der Verein Deutsches Tierschutzbüro Anzeige wegen Tierquälerei gegen den Schlachthof in Laatzen erstattet hat. Die Tierschützer veröffentlichten heimlich aufgenommene Bilder. Auf ihnen ist zu sehen, wie Schweine unnötig mit Elektroschockgeräten bearbeitet werden. Das Unternehmen hat die Vorwürfe eingeräumt. Das Veterinäramt der Region Hannover hat schärfere Kontrollen angekündigt, die Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen.

Veterinäramt verschärft Kontrolle im Schlachthof in Laatzen

Veterinäramt verschärft Kontrolle im Schlachthof in Laatzen

Aldi geht auf Distanz

Nach und nach wenden sich die Kunden von Leine-Fleisch ab. Aldi-Nord erklärte am Donnerstag, man habe alle Lieferanten aufgefordert, „bis zur zufriedenstellenden Klärung des Sachverhalts keine weiteren Waren mehr von dem genannten Betrieb zu beziehen“. Die gezeigten Bilder entsprächen „in keiner Weise unseren Vorgaben und Anforderungen an den Umgang mit Tieren in der Nutztierhaltung“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ähnlich äußerte sich Aldi-Süd. Man habe „einzelne verarbeitete Produkte identifiziert, die möglicherweise Schweinefleisch aus der genannten Schlachterei beinhalten. Wir haben unsere Lieferanten umgehend aufgefordert, bis zur zufriedenstellenden Klärung des Sachverhalts keine weiteren Waren mehr von dem genannten Betrieb zu beziehen“. Am Abend teilte auch Kaufland mit, keine Waren mehr von Leine-Fleisch zu beziehen, bis „alle relevanten Vorwürfe geprüft und bewertet worden sind“.

„Wollen nicht, dass in unsrem Namen Tiere gequält werden“

Doch auch regionale Abnehmer wie die Landschlachterei Hanke aus Gronau im Kreis Hildesheim gehen auf Distanz: „Wir haben die Reißleine gezogen, bis die Vorwürfe geklärt sind“, sagte Geschäftsführer Robin Hanke der HAZ. „Wir wollen nicht, dass in unserem Namen Tiere gequält werden.“

Zugleich bedauerte Hanke den Schritt. „Wir wollen möglichst kurze Transportwege für unsere Tiere.“ Es sei aber gut, „dass Verstöße aufgedeckt werden, wenn es sie denn gibt“. Susanne Hinsemann, geschäftsführende Gesellschafterin von Wurst-Basar sieht das genau so. „Wir müssen kleinen, regionalen Schlachthöfen ein Chance geben. Sonst haben wir längere Wege zum Schlachthof. Damit ist keinem geholfen.“

Hermann Withake, Geschäftsführer von Leine-Fleisch erklärte am Donnerstag erneut, dass der gezeigte Einsatz der elektrischen Treibstäbe durch einen Mitarbeiter eines Subunternehmers „in keiner Weise den Tierschutzstandards entspricht, die wir vorgeben“. Man arbeite mit der Tierärztlichen Hochschule Hannover an einer Möglichkeit, die Treiber durch eine Lösung mit Druckluft zu ersetzen. Eine unangekündigte Überprüfung durch das Lebensmittel-Gütesiegel QS am Mittwoch habe keinerlei Beanstandung ergeben. Auch die Veterinärbehörde der Region Hannover habe die Weiterführung des Betriebs ohne Auflagen genehmigt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Von Karl Doeleke

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken