Burgdorf

Kunst trifft auf Feminismus

Überschaubar viele Kunstliebhaber kommen am Donnerstagabend zur Ausstellungseröffnung der Künstlerinnen-Gemeinschaft "Frau in".

Überschaubar viele Kunstliebhaber kommen am Donnerstagabend zur Ausstellungseröffnung der Künstlerinnen-Gemeinschaft "Frau in".

Burgdorf. Anlässlich des bevorstehenden Internationalen Frauentags am 8. März zeigt die Künstlerinnengemeinschaft „Frau in“ eine gleichnamige Ausstellung im Rathaus I an der Marktstraße 55. Bürgermeister Alfred Baxmann und die Gleichstellungsbeauftragten Petra Pape haben die Schau am Donnerstagabend eröffnet.

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29 Bilder hängen an den weißen Wänden des Rathauseingangs. Sie greifen unterschiedliche gesellschaftliche Konflikte und Rollenbilder auf, mit denen sich Frauen auseinandersetzen müssen. Die Gruppe um Renate Weber, Dörthe Loheit, Shahnaz Ostadian, Mi-Hiye Park und Eva Mallon ließ sich für die Ausstellung von dem Buch „Fortschritt der Frauen“ von Janet und Peter Khan inspirieren. „Da die Texte eher altmodisch sind, wussten wir nicht, ob sie noch den Nerv der Zeit treffen“, sagte Pape, die die Ausstellung mit den Hobbykünstlerinnen organisierte.

Ausführliche Recherchen gingen „Frau in“ voraus, ehe die Mitglieder überhaupt zu Pinseln und Leinwänden griffen. „Unsere Ausstellung soll die Menschen zusammenbringen und im besten Fall zu offenen Gesprächen und Diskussionen anregen. Auch mit Männern“, sagte Renate Weber. Die Bilder seien ein Gesprächsangebot.

„Frau in“ ist die vierte Ausstellung, die die Künstlerinnengruppe zusammengestellte. Nur wenige Exponate sind bunt oder fröhlich. „Wir haben festgestellt, dass es sehr viel Entmutigung und Unfrieden gibt“, sagte Weber. „Diesen Unmut drücken wir aus.“ Das schlägt sich vor allem in schwarz-weißen und abstrakte Motiven nieder.

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Auf den gesellschaftlichen Unfrieden wies Bürgermeister Baxmann in seiner Eröffnungsrede hin: „Feminismus ist ein Thema, das für Schlagzeilen sorgt.“ Baxmann verwieß auf einen Streit an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin: Dort setzte der Allgemeine Studierendenausschuss (ASTA) durch, das Gedicht „avenidas“ von Eugen Gomringer von der Fassade der Hochschule zu entfernen. „Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“ steht dort geschrieben. Der ASTA findet das Gedicht frauenfeindlich. Nun soll es übermalt werden. „Es scheint, dass es in der Debatte um Feminismus nur noch schwarz und weiß gibt“, kritisierte Baxmann und forderte. „Wir müssen lernen zu differenzieren.“

Die Ausstellung ist bis zum 31. März geöffnet und kann während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung besichtigt werden.

Von Laura Beigel

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