Wunstorf

Luther Politiker in Sorge wegen Amazon

Das Sortier- und Verteilzentrum von Amazon in Garbsen wird eine Menge Verkehr mit sich bringen. Politiker aus den Nachbarorten fordern Informationen und Konzepte.

Das Sortier- und Verteilzentrum von Amazon in Garbsen wird eine Menge Verkehr mit sich bringen. Politiker aus den Nachbarorten fordern Informationen und Konzepte.

Luthe. SPD und Grüne im Ortsrat Luthe sind in Sorge: Bis zu 900 Lastwagen am Tag könnten das neue Verteilerzentrum des Versandunternehmens Amazon in Garbsen anfahren. Zwar liegt das Zentrum direkt an der Zufahrt zur Autobahn 2, doch die sei bereits heute an ihrer Belastungsgrenze angekommen, heißt es in einem gemeinsamen Brief der Fraktionen an die Stadtverwaltung. Die Politiker vermissen ein Kommunen übergreifendes Verkehrskonzept. Unterzeichnet haben Ortsbürgermeister Rolf Hoch (SPD), SPD-Fraktionssprecher Uwe-Karsten Bartling und Grünen-Vertreter Wolfgang Schulz-Binz.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bei Staus ergießt sich schon jetzt der Umgehungsverkehr regelmäßig in die umliegenden Gemeinden Wunstorf, Luthe, Schloß Ricklingen, sowie Gümmer und die weiteren Nachbarorte. Mit der Ansiedlung des Versandriesen werde diese Situation zusätzlich verschärft, heißt es. Wenn das Verteilerzentrum im Herbst eröffne, würden Fakten geschaffen, ohne dass ein Konzept insbesondere für den Stauverkehr vorliege.

Ein solches Konzept wird auch in Garbsen seit einiger Zeit angemahnt – insbesondere den SPD-Kollegen aus dem Nachbarort Schloß Ricklingen ist sehr daran gelegen. Ihnen wäre es am liebsten, würde, die Zufahrt zu ihrem Dorf für Lastwagen gesperrt. Immerhin: Fahrzeuge mit mehr als 3,60 Metern Höhe dürfen die historische Von-Woyna-Brücke über die Leine schon jetzt nicht passieren.

Weitere Konzepte für eine Verkehrslenkung liegen aber noch nicht vor, weder bei der Stadt Garbsen, noch bei der Region Hannover. „Wir verhandeln mit Amazon über den Busverkehr, dabei geht es um die Anfahrten der Mitarbeiter“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Für weitere Verkehrskonzepte sei die Stadt Garbsen als zuständige Verkehrsbehörde zuständig. Bekannt ist bislang lediglich eine Untersuchung, die Amazon 2008 mit seinem Bauvorhaben vorgelegt hat – die darin genannten Zahlen sind aber offenbar schon wieder überholt, damals war die Rede von rund 250 LKW pro Woche. „Wir haben keine offiziellen Zahlen“, bemängelt der Luther SPD-Fraktionssprecher Uwe-Karsten Bartling. „Wir wissen, dass es ein neues Gutachten gibt, doch das ist bisher nicht veröffentlicht“, sagt er.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die Politiker fordern nun Fakten von der Stadtverwaltung, auch der Garbsener. Sie wollen wissen, ob dort Papiere zu dem Projekt vorliegen. Bisher sei nicht mal klar, welche Art von Logistik im neuen Zentrum überhaupt konkret geplant sei: „Sprechen wir von einem reinen Sortierzentrum mit LKW-Logistik, oder entsteht auch ein Auslieferzentrum mit erheblichem Sprinterverkehr?“, fragen sie, fordern die Verwaltung auf, zielführende Gespräche zu suchen.

Konkret fordern sie ein Verkehrsleitsystem, das bereits auf der A2 bei Kolenfeld einsetzt und darauf hinweist, dass Amazon-Fahrzeuge nur direkt in Garbsen abfahren dürfen. Auf K322 und Schloß Ricklinger Brücke sollen Fahrzeuge über 10 Meter Länge oder 7,5 Tonnen Gewicht verboten werden, auch, um das historischen Bauwerk zu schützen. Bereits an der „Hessekreuzung“ südlich von Luthe Richtung Schloss Ricklingen solle ein Höhentor installiert werden, damit LKW über 3,60 Meter nicht durchfahren können.

Wie Fraktionssprecher Bartling berichtet, haben sich Politiker von SPD und Grünen aus den betroffenen Ortschaften in Wunstorf, Garbsen und Seelze über die Stadtgrenzen hinweg getroffen und abgestimmt. So hoffen sie, an die Informationen zu kommen, die bislang nur sehr spärlich fließen. Auch Regionsfraktion und Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus sind eingeschaltet.

Von Kathrin Götze

Mehr aus Hannover

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken