Isernhagen

Malerbetrieb ist wochenlang abgehängt

Eine Baugrube folgte der anderen.

Eine Baugrube folgte der anderen.

Altwarmbüchen. Gerade für ein Kommunikationsunternehmen klingt solch ein Zeugnis vernichtend: „Bei der Telekom weiß die rechte Hand nicht, was die Linke tut“, sagt Alexandra Häußler. „Eine interne Kommunikation ist praktisch nicht vorhanden.“ Dieses Fazit zieht sie, nachdem der Altwarmbüchener Malerbetrieb ihres Bruders Boris Lautenbach, für den sie das Büro führt, seit fünfeinhalb Wochen ohne Festnetz, Internet und Fax auskommen muss. „Für einen Geschäftsanschluss ein untragbarer Zustand“, meint Alexandra Häußler.

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Unzählige Anrufe bei der Service-Hotline

Fein säuberlich hat Alexandra Häußler dokumentiert, was sie und ihr Bruder mit der Telekom erlebt haben, seit sie am 9. Juli feststellen mussten, dass die DSL-Leitung des Betriebs an der Straße Am Walde tot war. Mit mittlerer Schriftgröße bringt es die Aufstellung in Stichworten auf beachtliche dreieinhalb Seiten. Quasi an jedem Werktag hat Häußler bei der Servicehotline angerufen und es stets mit anderen Mitarbeitern zu tun bekommen, die sich dann jedes Mal aufwändig in die stetig wachsende Datei zum Schaden einlesen mussten. „Mega-nervig“ sei die Herumtelefoniererei - obwohl die Servicemitarbeiter stets freundlich gewesen seien. „In deren Callcenter habe ich wohl alle Mitarbeiter durch.“

Loch auf, Loch zu, Loch auf

Doch es blieb nicht nur beim Kontakt mit dem Callcenter, das oft erst nach längerer Zeit in der Warteschleife zu erreichen war. Mehrfach schickte die Telekom Techniker. Bautrupps gruben Einfahrten und Bürgersteige auf, schütteten die Löcher wieder zu, hoben neue Gruben aus – mehrmals sogar erneut an gleicher Stelle wie zuvor. Dass Techniker-Termine verschoben wurden und sich die entsprechenden Mitarbeiter entgegen der Ankündigungen nicht im Betrieb meldeten, ist Alexandra Häußler und ihrem Bruder ebenfalls sauer aufgestoßen.

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Dabei scheint es der Telekom durchaus wichtig zu sein, ob die Kunden mit dem Service zufrieden sind. Regelmäßig kamen Kurznachrichten aufs Handy mit der Bitte um ein Feedback und der Nachfrage, ob die Störung behoben sei – selbst an einem Tag, als ein Techniker gerade einen Defekt an der Zuleitung an einen Bautrupp gemeldet hatte.

Dass er in einem Fall gegenüber einem Service-Mitarbeiter am Telefon auch mal deutlich geworden ist, tut dem Malermeister im Nachhinein leid: „Der kann dafür ja auch nichts. Aber ich musste mir Luft machen“, sagt Boris Lautenbach. Schließlich könne er ja nicht dauerhaft jedes Geschäftsschreiben als Brief verschicken.

Telekom: Mehrere Fehlerstellen

Auf Nachfrage der HAZ teilte die Telekom am Mittwochmorgen, 15. August, mit, dass die Störung „voraussichtlich heute im Laufe des Tages behoben sein“ werde. „Leider gestaltet sich die Entstörung sehr aufwändig und dauerte daher länger: Die Techniker müssen mehrere Fehlerstellen – unter anderem am Kabel – beheben. Dazu sind umfangreiche Tiefbaumaßnahmen notwendig“, so eine Sprecherin. Man bedauere die Unannehmlichkeiten für den Kunden und entschuldige sich dafür, dass dieser seinen Anschluss nicht wie gewohnt habe nutzen können.

Ob die Vergangenheitsform wirklich angebracht ist, bleibt allerdings abzuwarten. Wenige Stunden nach der E-Mail der Telekom-Pressestelle an die HAZ erreichte eine SMS Alexandra Häußler: Da die Arbeiten doch aufwendiger seien als gedacht, brauche man noch etwas Zeit, so die Telekom. „Bis zum 16. August sollte aber wieder alles funktionieren.“

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Von Frank Walter

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