Burgdorf

Mathe und Physik auf die letzte Sekunde

Die Realschule hat zum Schuljahresbeginn arge Probleme mit der Unterrichtsversorgung selbst in Pflichtfächern.

Die Realschule hat zum Schuljahresbeginn arge Probleme mit der Unterrichtsversorgung selbst in Pflichtfächern.

Burgdorf. Die Aufregung war riesengroß nach den Sommerferien: Die auslaufende Realschule hat zum Schuljahresauftakt zunächst nicht sicherstellen können, dass alle acht Klassen der noch verbliebenen Jahrgänge 9 und 10 Unterricht im Pflichtfach Mathematik erhalten. Für das Fach Physik hatte sie keine einzige Lehrkraft. Eltern reagierten entsetzt und schlugen Alarm. Die Landesschulbehörde bat zum Krisengespräch und sorgte mittlerweile dafür, dass die Schule Mathe und Physik nun doch erteilen kann.

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Als Schulelternratsvorsitzende Beate Gottowik vom kommissarisch eingesetzten Schulleiter Kai Klinge mit Schuljahresbeginn erfuhr, dass es ausgerechnet bei den für die nahenden Abschlussprüfungen so bedeutsamen Fächer Mathe und Physik gewaltig harkt, schlug sie die Hände über dem Kopf zusammen: „Das ist für die Kinder nicht fair.“ Schließlich gehe es auf die Abschlüsse zu. Erfolgreiche Bewerbungen auf Ausbildungsplätze und an weiterführende Schulen gerieten so in Gefahr. Und Gottowik stellte Klinge Fragen: Warum stellt man erst nach den Sommerferien fest, dass die Lehrer fehlen? Warum stellen Schule und Landesschulbehörde die Unterrichtsversorgung nicht vor oder während der Ferien sicher? Wie sollen unsere Kinder die Prüfungen bestehen?

Gottowik will die Antwort erhalten haben, dass die Lücken in der Unterrichtsversorgung sich bereits Ende Mai abgezeichnet hätten. Damals schon habe die Schulleitung ihren Bedarf schriftlich angemeldet und entsprechende Signale auch an die vorgesetzte Behörde gesendet. Geschehen sei allerdings nichts. Klinge selbst quittierte eine Nachfrage dieser Zeitung mit der Aussage, er dürfe sich dazu öffentlich nicht äußern.

Die Landesschulbehörde bestätigte, dass es klemmt und berief für Anfang der Woche ein Krisengespräch ihrer zuständigen Dezernenten mit der Schulleitung ein. Hinzu gebeten war auch die Schulleitung der IGS, die für die auslaufende Realschule die Lehrerversorgung sicherzustellen hat. Das Ergebnis: Laut Behördensprecher Andreas Herbig werde die IGS der Realschule weitere Mathematikstunden zur Verfügung stellen, und zwar „so schnell wie möglich“. Zum Schuljahresbeginn sei bereits eine Vollzeit-Lehrkraft für Mathematik an die Realschule abgeordnet worden. Damit sei der Bedarf der Schule in dem Pflichtfach nun gedeckt. Für das Fach Physik werde die IGS ebenfalls Personal abstellen, sodass auch dieses Fach in allen Klasse halbjahresweise unterrichtet werden könne.

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Damit könne die Schule jetzt immerhin einmal einen regulären Stundenplan aufstellen, sagte Gottowik unter Berufung auf Informationen, die sie von Schulleiter Klinge in einer eilends einberufenen Schulelternratssitzung am Dienstagabend erhielt. Allerdings habe Klinge den Eltern deutlich gemacht, dass es bei der Unterrichtsversorgung nach wie vor eng zugehe und es in Fällen von Krankheit keinen Vertretungsunterricht geben könne. Auch könnten ganz allgemein nicht alle Fächer im vorgesehenen Umfang unterrichtet werden.

Von Joachim Dege

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