Krebsärztin aus Hannover

Mechthild Bach wird am 4. Februar beerdigt

Nach dem Selbstmord der Krebsärztin Mechthild Bach bereiten frühere Patienten eine Trauerfeier und die Beerdigung der Medizinerin vor. Am Donnerstagabend traf sich der „Freundeskreis Bach“ mit dem Bestattungsunternehmen, um Einzelheiten zu besprechen. Nach derzeitigem Stand der Dinge soll Bach, die keine nahen Angehörigen hatte, am 4. Februar auf dem Langenhagener Friedhof in der Karl-Kellner-Straße beigesetzt werden. Zuvor ist eine Andacht geplant. Zunächst hieß es, diese solle in der Elisabethkirche in Langenhagen stattfinden. Ob es dabei bleibt, ließ die Bestattungsfirma am Donnerstagabend aber noch offen.

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Bach, die vor dem Landgericht des 13-fachen Totschlags von Patienten durch zu hohe Gaben an Morphium und Valium angeklagt war, hatte sich am Montag im Alter von 61 Jahren ebenfalls mit Morphium das Leben genommen. In einem Abschiedsbrief nannte sie das fast acht Jahre währende Strafverfahren, in dem zuletzt auch eine Verurteilung wegen Mordes in zwei Fällen in Betracht kam, als Motiv für den Suizid.

Die Ärztin, die in Bad Salzdetfurth bei Hildesheim wohnte, hatte bis zu ihrem Berufsverbot 2003 eine Praxis in Langenhagen und arbeitete als Belegärztin der dortigen Paracelsusklinik. Viele ihrer früheren Patienten, mit denen sie sich auch nach dem Entzug der Approbation verbunden fühlte, leben in Langenhagen. Daher solle sie auch dort beerdigt werden, erklärte am Donnerstag der pensionierte Musikdirektor Ernst Müller, ein ehemaliger Patient und langjähriger Freund der Ärztin sowie ihres im Juni 2010 verstorbenen Lebensgefährten. Am morgigen Sonnabend wollen der Freundeskreis und andere Bach nahestehende Personen Traueranzeigen in der HAZ schalten.

Auch die beiden Anwälte der Ärztin, Matthias Waldraff und Albrecht-Paul Wegener, werden ihrer Mandantin auf diese Weise gedenken. Dabei handele es sich nicht um einen herkömmlichen Nachruf, sagte Waldraff. Sechs Zitate von Bach aus verschiedenen Prozesstagen würden in der Traueranzeige zu lesen sein. „Es sind Kernbotschaften, die das Sterben angehen.“ Der Anwalt betonte, dass mit der Veröffentlichung der Anzeige kein Vorwurf gegen das Gericht verbunden sei. Die „extremen Umstände“ des Verfahrens und des Todes von Bach hätten ihn und seinen Kollegen veranlasst, diesen Weg zu gehen. „Das ist das Letzte, was wir für unsere Mandantin tun können.“ Im Mai 2007 hatten Waldraff und Wegener das Mandat von Bach erhalten. In dieser Zeit habe sich eine „sehr vertrauensvolle berufsbedingte Beziehung“ zu der Ärztin entwickelt, sagte Waldraff. Auch an der Beerdigung werden die beiden Anwälte teilnehmen.

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Juliane Kaune

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