Wedemark

Mehr als 200 Ukrainer sind schon in der Wedemark angekommen

Nur ein Betreiber fehlt noch: Bauhofmitarbeiter haben die Jugendhalle Mellendorf als Gemeinschaftsunterkunft vorbereitet, auch Feuerwehrleute packten mit an.

Nur ein Betreiber fehlt noch: Bauhofmitarbeiter haben die Jugendhalle Mellendorf als Gemeinschaftsunterkunft vorbereitet, auch Feuerwehrleute packten mit an.

Wedemark. Der Zustrom an Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine hält unverändert an. Mit Stand von Dienstagabend hatte die Gemeinde Wedemark bereits 204 Schutzsuchende registriert. Allein 60 Menschen waren seit Freitag angekommen. „Und heute bildet sich schon wieder eine lange Schlange vor dem Rathaus“, sagte Bürgermeister Helge Zychlinski (SPD) am Mittwochvormittag. Wegen der Registrierung kann es derzeit im Bürgerbüro zu Wartezeiten kommen.

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Wedemärker sollen weiter freien Wohnraum anbieten

Der Großteil der Geflüchteten hat sich die Wedemark bewusst als Ziel ausgesucht – sei es durch private Kontakte zu Verwandten, sei es durch berufliche Verbindungen. Zugewiesen wurden der Wedemark bislang lediglich 40 Personen. „Bisher – toi, toi, toi – haben wir alle Menschen unterbringen können“, sagt der Bürgermeister.

Damit dies so bleibt, bittet er die Wedemärker, auch weiterhin freien Wohnraum anzubieten, und zwar in jeder Größe. Denn Schutz suchen ebenso junge Mütter mit Kindern wie auch ältere Ehepaare ohne Nachwuchs und sogar Hochbetagte. In der vergangenen Woche seien beispielsweise auch drei Menschen aus einem afrikanischen Land angekommen, die in der Ukraine Medizin studiert hatten und dann vor dem Krieg flüchten mussten, berichtet Zychlinski. "Und selbstverständlich wird auch diesen Menschen geholfen."

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Fast 80 Schlafplätze in der Jugendhalle Mellendorf stehen bereit

Seit Montagabend ist die Jugendhalle in Mellendorf als Gemeinschaftsunterkunft eingerichtet. Bauhofmitarbeiter hatten Trennwände eingezogen, die Feuerwehr half beim Bettenaufbau. 78 Schlafplätze stehen dort zur Verfügung, allerdings verhandelt die Gemeinde noch mit einer Hilfsorganisation als mögliche Betreiberin.

Weithin sichtbare Solidaritätsbekundung: Die ukrainische Flagge weht vor dem Wedemärker Rathaus.

Weithin sichtbare Solidaritätsbekundung: Die ukrainische Flagge weht vor dem Wedemärker Rathaus.

Für die Mehrzweckhalle in Bissendorf, die wegen ihrer Beschaffenheit und älteren Bausubstanz allerdings nur im Notfall als weitere Gemeinschaftsunterkunft genutzt werden soll, ist die Verwaltung gerade dabei, Betten und Matratzen zu beschaffen. „Wir hoffen, wir brauchen die Halle nicht“, sagt der Bürgermeister. Kommt man darum herum, so sollen die Schlafmöglichkeiten als „eiserne Reserve“ für künftige Krisen eingelagert werden.

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Gemeinde sucht dringend Freiwillige als Dolmetscher

Mit den Wedemärker Schulen ist vereinbart, dass die Gemeindeverwaltung die Anmeldung ukrainischer Kinder kanalisiert, um diese möglichst gut zu verteilen.: „Es ist sinnvoller, dabei jetzt strukturiert vorzugehen“, so Zychlinski. Die anstehenden Osterferien verschaffen an dieser Stelle eine wichtige Atempause. Im Kita-Bereich stellt sich die Frage nach der Verteilung zumindest noch nicht, da bislang nur wenige Kleinkinder im Gemeindegebiet angekommen sind.

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Ganz dringend benötigt werden nun ehrenamtliche Dolmetscher für Ukrainisch und Russisch, damit keine wichtigen Informationen auf der Strecke bleiben. Jüngere Schutzsuchende könnten sich zwar oft mit Englisch behelfen, so der Bürgermeister. "Bei den Älteren scheitert das aber komplett."

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