Ökumenische Aktion

Mehr Bedürftige nutzen Essenausgabe

Zu Gast bei der Heilsarmee: Siegfried S. erhält eine Mahlzeit von den Helferinnen Erika Freimann und Jutta Hase.

Zu Gast bei der Heilsarmee: Siegfried S. erhält eine Mahlzeit von den Helferinnen Erika Freimann und Jutta Hase.

Hannover. In den schlichten Räumen der Heilsarmee ist er Stammgast: „Das Essen ist lecker, und man trifft hier Leute, mit denen man reden kann“, sagt der 79-Jährige. Der Rentner aus der Südstadt, den hier alle „Tele“ nennen, muss mit seinem Geld haushalten – wie eigentlich alle Gäste der Ökumenischen Essenausgabe.

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In den Wintermonaten organisieren verschiedene kirchliche Einrichtungen in dem Haus am Marstall 25 regelmäßig einen warmen Mittagstisch für Bedürftige. Jetzt ist die Aktion in die 30. Saison gestartet. „Im Februar 1988 haben wir angefangen, Essen auszugeben – damals noch im Turmraum der Neustädter Kirche“, sagt Renate Mauritz, die schon damals dabei war.

Der Bedarf wächst

Seither ist der Bedarf fast kontinuierlich gestiegen: „Vor zwölf Jahren haben wir im Schnitt 88 Mahlzeiten pro Tag ausgegeben, in der vergangenen Saison waren es 170“, sagt Diakoniepastor Rainer Müller-Brandes. Insgesamt wurden im vergangenen Winter 14 700 Portionen serviert, für dieses Jahr rechnen die Organisatoren mit 16 000 Mahlzeiten.

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Ehrenamtliche Helfer teilen das Essen aus; heute stehen Frikadellen mit Gemüse auf dem Speiseplan. Einrichtungen wie das Friederikenstift, das Catering der Nord/LB und Gastronom Cord Kelle vom Jägerhof in Langenhagen unterstützen die Aktion. Bis zum 16. März werden jeweils von montags bis sonnabends Bedürftige verpflegt. „Für viele von ihnen sind unsere Räume auch ein Ort, an dem sie anderen begegnen können“, sagt Steffen Aselmann von der Heilsarmee.

Wohnungslose und Migranten aus Osteuropa nutzen das Angebot. Unter den Besuchern seien zunehmend auch ältere Menschen, berichtet Sozialarbeiterin Isabelle Rank – und bei jüngeren Frauen sei seit einiger Zeit ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen: „Am Ende des Monats, wenn das Geld knapp wird, kommen besonders viele Menschen.“ Es sieht nicht so aus, als würde den Helfern der Essensausgabe nach 30 Jahren die Arbeit ausgehen.

Von Simon Benne

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