Ronnenberg

Menke will nicht ständig am Pranger stehen

Stefan Entrup (Zweiter von rechts) hat mit seinem Vorhaben einen schweren Stand.

Stefan Entrup (Zweiter von rechts) hat mit seinem Vorhaben einen schweren Stand.

Ronnenberg. Der massive Protest der Ronnenberger Bürger hat bei den Antragstellern für eine Renaturierung der Kalihalde am Rande der Kernstadt einen spürbaren Eindruck hinterlassen. „Wir sind davon ausgegangen, dass wir offene Türen einrennen“, sagt Stefan Entrup, Geschäftsführer der Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg. „Das ist nicht so, und das müssen wir erstmal verarbeiten.“

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Nach Bekanntwerden der Pläne des Unternehmens, die Kalirückstandshalde mit Bauschutt abzudecken und anschließend zu renaturieren, hatte sich in Ronnenberg eine Bürgerinitiative (BI) gegründet. 400 Ronnenberger hatten Ende November während einer Informationsveranstaltung Menkes gegen das vorhaben protestiert. Am vergangenen Wochenende nahmen 500 Bürger aus Ronnenberg und Weetzen an einer Lichterkette Teil.

Bei der Firma Menke fühlen sich die Verantwortlichen „von der erstaunlichen Reaktion überrollt“, wie Entrup einräumt. „Das haben wir auch während der Infoveranstaltung zum Ausdruck gebracht.“ Nachdem die Haldenbegrünung in Empelde immer wieder als positives Beispiel für den Umgang mit Kalirückstandshalden bemüht wird, war man sich bei der hannoverschen Firma sicher, ein Prestigeprojekt anzuschieben das entsprechend positiv bewertet würde. Zumal auch aus der Politik in der Vergangenheit der Ruf nach einer Haldenabdeckung in Ronnenberg gekommen sei, wie Entrup berichtet. Er habe den Eindruck, dass das eigentliche Ziel zu sehr aus den Augen verloren wird.

Tatsächlich hatte der Grüne Regionspolitiker Ulrich Schmersow im Mai 2016 in dieser Zeitung eine solche Abdeckung für die Halde am Weetzer Kirchweg befürwortet, um die Auswaschung des Abraums und die damit verbundene Salzbelastung von Fösse und Leine zu reduzieren. Aktuell flössen rund 20 Tonnen Salz pro Jahr durch Rohrleitungen in die Fösse, erklärt Entrup. Allerdings verwies Schmersow schon damals auf die Problematik mit der nahen Wohnbebauung. Inzwischen präferiert der Grüne das endgültige Abtragen der Halde zur Verfüllung des Schachtes Sigmundshall in Bokeloh.

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Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen sieht Entrup derzeit kaum die Möglichkeit, die Diskussion wieder zu versachlichen. Wichtige Argumente betreffend die Schadstoffbelastung des einzulagernden Bauschutts und die Länge der verschiedenen Abschnitte der Arbeiten an der Halde seien bei der Infoveranstaltung offenbar gar nicht gehört worden, sagt der Geschäftsführer. „Man muss auch zuhören können und gesprächsbereit sein“, meint Entrup. Bei der BI sehe er diese Bereitschaft im Moment nicht. Vor allem aber die persönlichen Angriffe und Drohungen während der Informationsveranstaltung gegenüber den Vertretern der Antragssteller gingen deutlich zu weit.

Die Folgen der Proteste für das weitere Antragsverfahren kann Entrup noch nicht absehen. „Es handelt sich um ein geplantes Vorhaben, das wir noch immer gut finden“, sagt er. Zunächst müsse man jetzt aber die jüngsten Erfahrungen auswerten und danach abwägen, ob die Firma das aufwendige Antragsverfahren zu einem positiven Ende bringen kann. „Wir haben kein Interesse daran, ständig am Pranger zu stehen“, erklärt Entrup.

Von Uwe Kranz

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