Uetze

Minutenlanger Beifall für die Spielerei

Agnes (Maren Gille, rechts) ist über den Besuch ihrer Mutter Cécile Adalon (Antje Laufer) nicht erfreut.

Agnes (Maren Gille, rechts) ist über den Besuch ihrer Mutter Cécile Adalon (Antje Laufer) nicht erfreut.

Uetze. Wie bringt ein Amateurtheater sein Publikum immer wieder zum Lachen? Die Spielerei des VfL Uetze kennt dafür das Erfolgsrezept: Man wähle eine Boulevardkomödie mit witzigen Dialogen aus und reichere diese mit einer Portion Lokalkolorit an. Wenn dann auch noch die Laiendarsteller ihre Rolle mit Leidenschaft spielen, dann ist ihnen der Beifall des Publikums gewiss. So war es auch am Freitagabend, als die Spielerei in der fast ausverkauften Uetzer Agora mit Winnie Abels Lustspiel „Neurosige Zeiten“ Premiere feierte. Das Publikum spendete nicht nur immer wieder Szenenapplaus. Nach der Vorstellung klatschte es minutenlang.

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Das Stück spielt in einer Wohngruppe einer psychiatrischen Klinik. Das Gebäude steht in Uetze an der Straße Irrgarten (für Nicht-Uetzer: Die Straße gibt es tatsächlich im Ort). Die vier Bewohner machen aus unterschiedlichen Gründen eine Therapie. Agnes (gespielt von Maren Gille) ist sexsüchtig. Marianne (Michaela Rummler) ist Stalkerin und unsterblich in den Volksmusikstar Hardi Hartmann (Oliver Wempe) verliebt. Der Finanzbeamte Hans (Stephan Schwarzer) leidet unter einer Putzsucht. Das soziophobe Muttersöhnchen Willi (Nils Veith) komplettiert die Wohngemeinschaft.

Die Turbulenzen nehmen auf der Bühne ihren Lauf, als Agnes’ Mutter Cécile Adalon (Antje Laufer), die in Berlin die Geschäftsführerin einer bekannten Hotelkette ist, ihren Besuch ankündigt. Sie weiß nichts von der Therapie ihrer Tochter. Doch noch vor ihr taucht in der Wohngemeinschaft die Tupper-Vertreterin Herta (Katja Wiegmann) auf, die dort eine Tupperparty ausrichten will. Sie wird von Marianne, Hans und Willi prompt für Agnes’ Mutter gehalten. Schließlich besucht auch noch Hardi Hartmann, der von Bild-Reporter Freddy (Sabine Brandes) begleitet wird, Marianne. Freddy will eine Sensationsgeschichte über den Sänger und seine Stalkerin schreiben – damit ist das Irrenhaus komplett.

Die Verlegung der Handlung nach Uetze ist nicht das einzige Lokalkolorit. Als Cécile Adalon ihr Kommen telefonisch mitteilt, rät die Tochter ihrer Mutter, ganz vorsichtig durch Uetze zu fahren. Dort gebe es einen neuen Kreisel, den Zwiebelring: „Da weiß niemand, wer Vorfahrt hat.“ Zudem bestellt Hardy Hartenstein zwei seiner Sternschnuppen – so nennt er seine Geliebten - gleichzeitig zu einem Rendezvous ins Hotel Deutscher Kaiser.

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Weitere Vorstellungen sind für Freitag, 7. September, und Sonnabend, 8. September, jeweils ab 19 Uhr in der Agora, Marktstraße 6, geplant. Der Eintritt kostet zehn Euro. Karten gibt es im Vorverkauf in Uetze im Reisebüro Holiday, Burgdorfer Straße 28, und im Lottopoint, Kaiserstraße 29.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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