Familiendrama in Wülfel

Mord aus Eifersucht

Foto: In einer Wohnung in diesem Mehrfamilienhaus in Wülfel wurde in der Nacht zu Mittwoch eine 30-jährige Frau getötet.

In einer Wohnung in diesem Mehrfamilienhaus in Wülfel wurde in der Nacht zu Mittwoch eine 30-jährige Frau getötet.

Hannover. Offenbar aus rasender Eifersucht hat ein 30-Jähriger in der Nacht zu Mittwoch in Wülfel eine schreckliche Bluttat verübt. Er kletterte gegen 2 Uhr auf den Balkon der Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Pieperstraße, zertrümmerte die Scheibe der Balkontür und überraschte die Frau und ihren neuen Partner im Schlaf. Anschließend verprügelte er den Lebensgefährten und verletzte seine Ex-Frau tödlich mit einem Messer. Die Polizei konnte den Täter wenig später am Tatort festnehmen. Er leistete keine Gegenwehr. Der 30-Jährige sitzt nun wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Der zweijährige Sohn der Frau und ihres neuen Freundes, der sich während der Tat in der Wohnung befand, kam genau wie sein schwer verletzter Vater in eine Klinik.

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Vanessa S., die als Erzieherin in der Mittelfelder Kita St. Eugenius arbeitete,  soll schon seit mehreren Jahren getrennt von ihrem Ehemann leben. Doch offenbar hat er die Trennung nicht verkraftet. Unklar ist bislang, was ihn in der Nacht zu Mittwoch zu dem Übergriff veranlasste. Es gelang ihm, auf das Dach des Wohnkomplexes zu klettern und von dort aus auf den Balkon der Wohnung seiner Frau. Er zertrümmerte die Glastür mit einem Schläger oder einer Metallstange, die die Beamten später sicherstellten, und drang in die Wohnung ein. Dort griff der 30-Jährige die Erzieherin und ihren Freund unvermittelt an. „Wir hörten laute Schreie“, berichtete eine Nachbarin. Die Auseinandersetzung in der Wohnung eskalierte. Der Mann ging auf den 27 Jahre alten Freund der Frau los und verletzte ihn schwer. Als der 27-Jährige aus der Wohnung floh und die Polizei alarmierte, muss der Täter seine Frau angegriffen haben. Die Polizei fand die 30-Jährige gegen 2.30 Uhr in der Küche der Wohnung. Der Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen. „Die Obduktion ergab, dass das Opfer aufgrund von Stich- und Schnittverletzungen starb“, sagte Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

Das Unverständnis über die schlimme Tat stand den Anwohnern des Wohnkomplexes in Wülfel am Mittwoch ins Gesicht geschrieben. Schockiert verfolgten sie, wie ein Bestattungsunternehmen die Leiche der 30-Jährigen abtransportierte. Die Kriminalpolizei sicherte bis zur Mittagszeit Spuren und gab danach das Treppenhaus für die Reinigungsfirma frei. Deren Mitarbeiter beseitigten die Blutspuren, die von der Flucht des schwer verletzten Lebensgefährten in der Nacht zuvor zeugten.

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Vanessa S. beschrieben die Nachbarn als eine fröhliche junge Frau. „Aber ich fand das schon mutig, dass sie mit ihrem neuen Freund zusammenwohnte“, sagte eine ältere Frau. „Ihr Mann muss sehr eifersüchtig gewesen sein, und sie waren ja nicht geschieden.“ Diese Eifersucht trieb den 30-Jährigen in der Nacht zu Mittwoch offenbar zu seiner schrecklichen Tat. Der 30-Jährige gab der Polizei im Laufe des gestrigen Tages Informationen dazu, was in der Nacht in der Wohnung in der Pieperstraße genau passiert war. Mit diesen Angaben und den Aussagen der Nachbarn und des Lebensgefährten hoffen die Beamten, den kompletten Tathergang rekonstruieren zu können.

„Mein Sohn geht in die Kindertagesstätte in Mittelfeld, in der Vanessa arbeitete“, sagt eine Frau aus dem Nachbarhaus, die sich vor allem um den Sohn von Vanessa S. sorgt. Wann es dessen Vater wieder so gut geht, dass er aus der stationären Behandlung im Krankenhaus entlassen wird und sich um sein Kind kümmern kann, ist noch unklar. Bis dahin bleibt der Sohn von Vanessa S. in der Obhut des Jugendamts, in die er am Mittwoch übergeben wurde.

Von Jörn Kießler

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