Burgdorf

Nabu bereitet alles zum Schutz der Kröten vor

Nabu-Vorstandsmitglied Bernd Rose (links) und Dagmar Hartmann, Betreuerin der Nabu-Jugendgruppe, stellen an der Kreisstraße Ramlingen-Engensen einen Krötenzaun auf.

Nabu-Vorstandsmitglied Bernd Rose (links) und Dagmar Hartmann, Betreuerin der Nabu-Jugendgruppe, stellen an der Kreisstraße Ramlingen-Engensen einen Krötenzaun auf.

Ramlingen. Wenn das Wetter so mild bleibt, beginnt in wenigen Tagen die Krötenwanderung. Damit die Tiere auf ihrem Weg zum Teich am Waldbad auf der Kreisstraße Ramlingen-Ehlershausen nicht unter die Räder kommen, haben ehrenamtliche Helfer des Naturschutzbunds (Nabu) am Wochenende auf der nördlichen Straßenseite – im dortigen Wald haben viele der wechselwarmen Tiere ihren Winterschlaf gehalten – einen Auffangzaun aufgestellt.

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„In jedem Frühjahr wandern  Amphibien aus dem Wald auf der Nordseite der Kreisstraße zu einem Tümpel hinter der Badeanstalt. Da wollen sie ablaichen“, sagte Bernd Rose, Vorstandsmitglied der Nabu-Ortsgruppe Burgdorf, Uetze und Lehrte. Wenn es nachts wärmer als vier Grad sei, machten sich die Kriechtiere auf dem Weg. „Je wärmer, umso besser“, sagte Rose. Ideal sei, wenn es auch noch regne. „Dann gibt es kein Halten mehr.“

Wenn die Kröten und Frösche auf ihrer Wanderung an dem Zaun angelangt seien, liefen sie an dem für sie unüberwindlichen Hindernis entlang und fielen irgendwann in einen der Eimer, die die Helfer dort in den Boden eingelassen haben, erläuterte Rose die Schutzvorrichtung. Die Familie Hein aus Ehlershausen leere jeden Morgen zwischen sieben und acht Uhr die Eimer und bringe die eingesammelten Amphibien zum Teich hinter dem Waldbad. „Das sind überwiegend Erdkröten“, weiß Rose.

Vor zehn Jahren hat der Nabu erstmals den Krötenzaun in Nähe des Waldbads aufgestellt. Einwohner hätten damals den früheren Naturschutzbeauftragten Günther Jatzkowski angerufen und berichtet, dass dort immer Kröten überfahren würden, sagte Rose. Die Anrufer hätten gefragt, ob der Nabu nicht etwas dagegen unternehmen könne.

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Die Zahl der eingesammelten  Amphibien schwankt von Jahr zu Jahr. 2011 haben Klaus-Dieter und Marianne Hein 382 Amphibien zum Laichgewässer getragen. 2012 waren es nur 272. 2015 schnellte die Zahl auf 538 hoch. Ein Jahr später sammelten die Heins nur 367 Kriechtiere ein. 2017 waren es 417. „Wir wissen nicht warum, die Zahl schwankt“, sagt Rose. Das zu ergründen, könnte vielleicht einmal ein Forschungsprojekt für Studenten sein.

Am Ortsrand von Ramlingen steht der einzige Krötenzaun im Stadtgebiet. Es ist auch die einzige größere Straße, die die Amphibien im Frühjahr überwinden müssen. Rose wünscht sich deshalb, dass auf der Nordseite der Kreisstraße, dort wo die Tiere auch ihren Winterschlaf halten, ein Teich angelegt wird. Im Laufe der Jahre würden die Tiere dieses Laichgewässer aufsuchen, sodass der Krötenschutzzaun dann nicht mehr erforderlich wäre.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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