Neustadt

Nachtschicht unter der B-6-Leinebrücke

Unter der Leinebrücke wird schwer gearbeitet. Das Ausbauen der Brückenlager nimmt viel Zeit in Anspruch.

Unter der Leinebrücke wird schwer gearbeitet. Das Ausbauen der Brückenlager nimmt viel Zeit in Anspruch.

Neustadt. Unter der Leinebrücke der B 6 war es in der Nacht auf Sonnabend taghell. Große Leuchtballone tauchten den Brückenkörper und die Baugerüste am westlichen Ufer in ein gleichmäßiges, indirektes Licht. Dröhnende Motoren, das Zischen von Schweißlanzen und schwere Hammerschläge bildeten den akustischen Hintergrund für die Baumaßnahme. Hin und wieder hallte ein Fluch durch die Nacht. Die einzigen Zuhörer, Schafe am Ostufer, quittierten die nächtliche Störung ihrer Ruhe mit gelegentlichem Blöken.

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Mitarbeiter einer Fachfirma tauschten an diesem Wochenende die Lager der Leinebrücke der B6 aus. Ein weiterer Schritt zur Ertüchtigung des maroden Bauwerks. Ursprünglich sollte die Brücke bereits am vergangenen Wochenende komplett gesperrt werden; aber die Verantwortlichen sagten die Maßnahme wegen technischer Probleme kurzfristig ab. Dieses Wochenende hat es besser geklappt.

Die Vollsperrung der B 6 in beide Richtungen war für Freitag, 22 Uhr, angesetzt gewesen. Kurz nach 22.30 Uhr standen die letzten Sperrbaken auf Fahrbahn und Zubringern. Wer dann noch in Richtung Hannover oder Nienburg wollte, musste die Umleitungsstrecken nutzen. In den Nächten war das kein Problem und auch Sonnabend und Sonntag hielt sich die Belastung der Ausweichstrecke über Suttorf, Basse und Empede in Grenzen. Zeitweise kam es am Sonnabend auf der Leinstraße zu Behinderungen. Montag morgen soll die B 6 wieder freigegeben werden.

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Für die Männer unter der Brücke ein enges Zeitfenster. „Man weiß nie genau, was auf einen zukommt. Wie lange die Arbeiten brauchen, ist daher schwer zu schätzen“, sagt der Vorarbeiter kurz nach Beginn. Unter der Brücke standen auf beiden Seiten des Bauwerks große Hydraulik-Stempel. Die hoben die Brücke etwa einen Zentimeter an, um den nötigen Freiraum für den Wechsel der Lager zu schaffen. Hier ging es um jeden Millimeter. Für die Mitarbeiter war es dabei unbequem. Sie konnten nur durch einen engen Zwischenraum zwischen den Betonteilen in einen etwa 60 Zentimeter hohen Bereich gelangen, der auch bei Inspektionen genutzt wird.

Werkzeuge, Leitungen und Schläuche mussten über Gerüste zu ihrem Einsatzort gebracht werden. Das so genannte Abbrennen der schweren Metallplatten, die der Brücke als Lager dienten, passierte im Liegen. Für die Mitarbeiter eine starke körperliche Herausforderung. Meterweit flogen die Funken in die Nacht, geschmolzenes Metall tropfte glühend herunter, bevor die viele Hundert Kilo schweren Platten unter der Brücke entfernt werden konnten. Eine schwere Arbeit, die nur mit Kettenzügen und viel Muskeleinsatz zu bewältigen war.

Die Brücke ist seit April 2017 für den Schwerlastverkehr gesperrt, weil Statikrechnungen ergeben hatten, dass sie nicht mehr tragfähig genug ist. Bis Ende des Jahres wird das alte Bauwerk soweit ertüchtigt, dass es noch einige Jahre stabil bleibt. Anschließend beginnt ein Neubau, der bei laufendem Betrieb auf nordöstlicher Seite neben das alte Bauwerk gesetzt werden soll.

Von Mirko Bartels

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