Isernhagen

Neuen Schulleiter reizt die Verantwortung

Der neue Schulleiter Egbert Bortfeldt erstellt auf einer Tafel den Stundenplan für das Kollegium der Grundschule Kirchhorst.

Der neue Schulleiter Egbert Bortfeldt erstellt auf einer Tafel den Stundenplan für das Kollegium der Grundschule Kirchhorst.

Kirchhorst. Wenige Tage vor Ende der Ferien herrscht im Gebäude der Grundschule Kirchhorst noch Ruhe. Das Lehrerzimmer ist noch verwaist. Hausmeister Barry Pageter sitzt in seinem Raum direkt am Eingang. Gleich morgens hat er Egbert Bortfeldt begrüßt – den neuen Leiter der Grundschule.

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Der 41-jährige Bortfeldt sitzt entspannt an seinem neuen Arbeitsplatz. Der Schreibtisch wirkt noch kahl. Nur ein schwarzer Bildschirm, ein Laptop und ein Telefon stehen drauf. Um den Schreibtisch herum sind noch etliche Kunststoffkisten mit Unterrichtsmaterialien und seinen persönlichen Dingen auf dem Fußboden deponiert. „Die Kisten muss ich noch ausräumen“, sagt der neue Rektor an seinem ersten Arbeitstag.

„Es sind große Fußstapfen, in die ich trete“, sagt Bortfeldt. Immerhin elf Jahre lang hatte Helmut Lenz die Grundschule geleitet. Ende Juni wurde er in den Ruhestand verabschiedet. Für Bortfeldt hingegen ist die Leitung einer Schule eine ganz neue Erfahrung. „Ich freue mich auf die Arbeit. Und mich reizt es, Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Pädagoge, der seit 17 Jahren unterrichtet.

Was sind seine Visionen? Bortfeldt reagiert zurückhaltend. Mit den Visionen sei es so eine Sache, betont der zweifache Vater. Und schließlich übernehme er mit der Grundschule Kirchhorst eine Schule, die von seinem Vorgänger gut organisiert und professionell geführt worden sei. „Ich werde ad hoc nichts groß umkrempeln, aber die Schule sicher in einigen Punkten weiterentwickeln.“ Er wolle beobachten, was seine neuen Kollegen besonders gut können. „Keiner geht mit seinen Stärken hausieren. Dabei ist es eine Chance, Anerkennung zu erhalten“, erklärt der Mann aus Nordrhein-Westfalen.

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Bortfeldt ist es wichtig, dass an der Schule weiter eine gute Atmosphäre herrscht. Diese habe er bei seinen vorherigen Kurzbesuchen nach der Zusage bereits gespürt. „Wenn Lehrer hier gern arbeiten, strahlt das auch auf Schüler und Eltern aus“, sagt der Pädagoge, der die vergangenen neun Jahre an der Astrid-Lindgren-Grundschule in Burgdorf tätig war. Dort habe das Kollegium in einem langen Prozess die Noten für Dritt- und Viertklässler abgeschafft, weil Leistungsdruck und Angst vor Noten die Stärken der Kinder blockiert hätten. An der Grundschule in Kirchhorst plane er vorerst aber keine Berichtszeugnisse. Erst will er sich überhaupt einmal einen Eindruck verschaffen. Die vom Rat der Gemeinde beschlossene Umstellung auch der Grundschule Kirchhorst zur Ganztagsschule macht ihm keine Sorgen – allerdings werde der Verwaltungsaufwand sicherlich steigen.

Bortfeldts Eltern sind ebenfalls Pädagogen, der Lehrerberuf ist ihm also ein Stück weit in die Wiege gelegt. Allerdings glaubt er, dass etwas anderes mehr den Ausschlag für seine Berufswahl gab: „Ich hatte eine schöne Schulzeit mit wenig Druck“, berichtet der gebürtige Soester. Dass sein damaliger Schulleiter ihn allerdings losschickte, um für ihn Zigarren zu holen, so etwas sei heute undenkbar.

Nach den Studium in Paderborn absolvierte Bortfeldt sein Referendariat an einer Schule in Dortmund. Seine erste Stelle bekam er in Hannover im Stadtteil Hainholz, ehe es ihn nach Burgdorf zog. Auch als Schulleiter in Kirchhorst wird der 41-Jährige weiter Deutsch, Mathematik und Sachkunde unterrichten. Am liebsten sehe er Kinder aber mit Hammer und Raspel in der Hand, um ihnen ganz viel Praxis vermitteln zu können.

Bevor am Donnerstag,9. August, der Unterricht beginnt, hat Kirchhorsts neuer Schulleiter noch alle Hände voll zu tun: Kisten auspacken, zum ersten Mal den Stundenplan erstellen und die Kollegen kennen lernen. Und dann freut er sich schon auf die Kinder und die Einschulung: „Dann herrscht wieder Trubel im Schulgebäude.“

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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