Innovation am Messeschnellweg

Neuer Blitzer erschreckt Autofahrer in Hannover

Autofahrer, die sich über das ungewohnte Rotlichtblitzen wunderten, fuhren plötzlich extrem langsam – und machten so das Einfädeln für Autofahrer vom Kreisel noch schwieriger. Sowohl Stadtverwaltung als auch Vertreter der Autofahrerlobby ADAC rechnen aber damit, dass dies Anfangserscheinungen sind. Die Anlage diene der Verkehrssicherheit am Unfallschwerpunkt, hieß es – leichte Irritationen durch das Blitzen seien von Autofahrern hinzunehmen. Beim Hersteller, einer Tochtergesellschaft der Jenoptik, heißt es sogar, wer durch Blitzen abgelenkt werde, müsse möglicherweise auf seine Fahrtüchtigkeit untersucht werden. Schließlich müssten Autofahrer auch bei Gewitter einsatzbereit sein.

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Die neue Blitzanlage, die wie berichtet am Messeschnellweg (B 3) in Fahrtrichtung Pferdeturm direkt vor der Einfädelung vom Weidetorkreisel installiert ist, zählt nach Herstellerangaben zum Modernsten, was weltweit am Markt ist. Die Anlage vom Typ TraffiStar S 330 arbeitet nicht mit Radarmessungen, sondern mit piezotechnischen Sensorschleifen im Asphalt. Drei dieser hintereinanderliegenden Piezos registrieren darüberfahrende Autos und liefern jeweils einen Impuls. Sind die Impulse schneller, als die dort zugelassene Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde erlaubt, dann lösen Kamera und Blitzgerät aus. Um höchstmögliche Präzision zu gewährleisten, gleicht der Computer in Sekundenbruchteilen die Werte von Sensor 1 und 2, von Sensor 2 und 3 und zusätzlich von Sensor 1 und 3 ab. Nach dem Motto „Im Zweifel für den Angeklagten“ wird dem Autofahrer bei Abweichungen aber nur der geringste Tempoverstoß zur Last gelegt. Weitere Besonderheit: Für jede der beiden Fahrspuren arbeiten jeweils drei getrennte Sensoren im Asphalt, und jeweils eine Kamera und ein Blitzer nehmen die Temposünder ins Visier. Insgesamt stehen, wie berichtet, also vier sichtbare Geräte am Straßenrand – auch das ein Novum für Hannover. Fährt übrigens jemand wegen Spurwechsels auf beiden Spuren zeitgleich, lösen auch beide Kameras aus – es gibt aber nur einmal Bußgeld.

102.000 Euro hat die neue Anlage nach übereinstimmenden Angaben von Stadtverwaltung und dem Hersteller, der Firma Jenoptik Robot aus Monheim am Rhein, gekostet. Neu ist außer der hohen Präzision die digitale Aufnahme- und Übertragungstechnik der Bilder, die einen sofortigen Datentransfer in die Stadtverwaltung ermöglicht – niemand muss mehr Filme wechseln. Als Blitz kommt ein Rotblitz mit einer Lichtwellenlänge von 630 Nanometern und einer Belichtung von einer tausendstel Sekunde zum Einsatz. Der Rotanteil und die Kürze des Blitzes sollen dazu führen, dass das Auge den Blitz kaum wahrnimmt, betont Hartmut Hoffmeister, Inlands-Vertriebschef von Jenoptik Robot. Dass am Dienstag extrem viel geblitzt wurde, habe am notwendigen Kalibrieren der Anlage gelegen. Sie ist jetzt eingestellt und soll planmäßig Mitte August in Betrieb gehen.

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