Neustadt

Neuer Kommandeur tritt in große Fußstapfen

Brigadegeneral Ullrich Spanuth (Mitte) übergibt das Kommando im Versorgungsbataillon 141: Oberstleutnant Alexander Eisentraudt (links) ist Nachfolger von Oberstleutnant Carsten Heß (rechts).

Brigadegeneral Ullrich Spanuth (Mitte) übergibt das Kommando im Versorgungsbataillon 141: Oberstleutnant Alexander Eisentraudt (links) ist Nachfolger von Oberstleutnant Carsten Heß (rechts).

Luttmersen. "Oberstleutnant Heß hat vor drei Jahren diesen großartigen Verband übernommen", sagt General Ullrich Spannuth, "er hat nicht nur Kommandos erteilt und sich um die Soldaten gekümmert, er hat auch selbst die Ärmel hochgekrempelt und angepackt." Spannuth, Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9, würde am meisten die Art und Weise fehlen, wie Heß mit seiner Verantwortung umgehe - "bei jeder Aufgabe, so schwer sie auch gewesen sein mag, blieb er sich selbst immer treu." Die unaufgeregte, souveräne, immer optimistische Art habe Heß ausgezeichnet. Der Oberstleutnant könne stolz darauf sein, wie er diesen Verband geführt habe. Heß wechselt nun nach Frankreich, dem Heimatland seiner Frau Laurence, wo er zunächst einen Lehrgang an der L' Ecole de Guerre absolviert und dann als Verbindungsoffizier der französichen Logistikschule eingesetzt wird.

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"Ich habe mit Ihnen viel erlebt, viel Positives, mit Sicherheit immer Besonderes und leider auch menschliche Schicksale", sagte der 1971 geborene Heß in seiner Abschiedsrede. Der Oberstleutnant verwies auf die herausragenden Leistungen seines Verbandes: "Sie funktionieren als Bataillon, haben jeden Auftrag erfüllt und was vor allem das Wichtigste ist - Sie sind immer Mensch geblieben." Das Leben in einem Versorgungsbataillon sei komisch, das Rampenlicht der großen Bühne gehe oft an einem vorbei. "Kampftruppe ist total sexy und wir fallen eigentlich nur auf, wenn irgendwas mal nicht klappt." Mit "zwei weinenden Augen" gebe er das Kommando ab - optimistisch, dass die Zukunft des Bataillons in guten Händen ist. "Ich bin stolz, dass ich Ihr Kommandeur sein durfte", sagte Heß.

"Ich persönlich hätte mir keinen besseren Nachfolger für diese großen Fußstapfen wünschen können", sagt General Spannuth, "als Oberstleutnant Alexander Eisentraudt." Der Offizier sei sehr gut auf das neue Kommando vorbereitet. Spannuth wünschte Eisentraudt Fortune, eine glückliche Hand und Gottes Segen. Mit Überreichung der Truppenfahne zum neuen Kommandeur ernannt, stehen diesem in den nächsten Jahren große Aufgaben bevor. Auslandseinsätze seien nicht geplant, "das Zauberwort für uns heißt VJTF, die schnell verlegbare Brigade der Nato", sagt Heß. Er habe vorbereitet, was Eisentraudt nun weiterführen wird.

Der Versorgungsbataillon für die Nato, personell und materiell komplett aufgestellt muss in Spitzenzeiten innerhalb von sieben Tagen verlegbar sein. "Das ist eine Hausnummer, die das gesamte Bataillon die nächsten Jahre beschäftigen wird", sagt Heß. Oberstleutnant Eisentraudt, Jahrgang 1976, als neuem Kommandeur obliegt nun die Aufgabe, das Bataillon auf den Einsatz in Norwegen Ende nächsten Jahres vorzubereiten.

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Bei einem anschließenden Empfang wurde Carsten Heß mit der goldenen Ehrennadel des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge ausgezeichnet. Oberstleutnant York Buchholtz, Chef des ebenfalls zur Panzerlehrbrigade 9 gehörenden Jäger-Bataillons 91, offenbarte, dass Heß nicht nur ein "ordinärer Kommandeur" gewesen sei. Vielmehr sei der scheidende Offizier der Vorsitzende der sogenannten Wenzel-Runde gewesen, eines informellen Kreises der Kommandeure der Brigade. Diese Runde habe regelmäßig im Sinne der Brigade getagt, aber ohne die Brigade-Führung. Heß habe dann gegenüber der Führung unangenehme Dinge ansprechen müssen, aber "auch die Kommandeure runterholen" müssen.

Alexander Eisentraudt wurde offiziell mit der Aufgabe des Kasernenkommandanten der Wilhelmstein-Kaserne betraut - ein Amt, das zuvor Heß innehatte. Eisentraudt versprach  Dirk Kemmerich, Vorsitzender der Kreisgruppe Hannover des Reservistenverbandes und Major der Reserve, die gute Zusammenarbeit zwischen Bataillon und Reservisten fortzusetzen.

Info: Das Versorgungsbataillon 141 mit insgesamt 1098 Soldaten besteht aus vier Kompanien, von denen zwei in Luttmersen und jeweils eine in Rotenburg/Wümme und Munster stationiert sind. Das Bataillon ist unter anderem für die logistische Unterstützung der Panzerlehrbrigade 9, mechanische Instandsetzung und Vorbereitung der Führungs- und Informationssysteme zuständig.

Von Leonie Frank und Thomas Tschörner

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