Neustadt

Tödliche Komplikationen bei Hausgeburt: Hebamme aus Neustadt bestreitet Vorwürfe vor dem Landgericht

Landgericht Verden: Die angeklagte Hebamme sitzt vor Prozessbeginn neben ihrem Anwalt Thorsten Osterkamp in einem Gerichtssaal im Landgericht Verden.

Landgericht Verden: Die angeklagte Hebamme sitzt vor Prozessbeginn neben ihrem Anwalt Thorsten Osterkamp in einem Gerichtssaal im Landgericht Verden.

Verden/Neustadt. Eine 61-jährige ehemalige Hebamme aus Neustadt muss sich aktuell vor dem Landgericht Verden wegen des Vorwurfs der Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen verantworten. Die Angeklagte soll während einer 34-stündigen Hausgeburt 2015 im Landkreis Diepholz erkannt haben, dass es sowohl der Mutter als auch ihrem ungeborenen Kind zunehmend schlechter gegangen sei, und dennoch keine notwendigen ärztlichen Maßnahmen veranlasst haben – so die Anklage der Staatsanwaltschaft. Das Kind wurde nach einer offenbar dramatischen mehrtägigen Geburtsphase tot im Klinikum Vechta geboren. Die angeklagte Hebamme ist nach eigenen Angaben seit dem Vorfall nicht länger in dem Beruf tätig. Sie hatte zuletzt in Hannover und vorher freiberuflich und an einem Klinikum in einem anderen Bundesland praktiziert.

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Angeklagte Neustädterin dementiert Vorwurf

Wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete, widersprach die Angeklagte am Dienstag den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft und der Mutter. Die wirft der Hebamme vor, sie trotz der langen Dauer beschwichtigt und von einer Überführung in ein Krankenhaus abgehalten zu haben. Die angeklagte Hebamme dementiert diese Version. Die Mutter selbst hätte auf die Entbindung zu Hause bestanden, schlechte Erfahrungen bei vorherigen Geburten hätten bei der Schwangeren eine Art Krankenhausphobie ausgelöst. Die Hebamme sagte aus, dass sie die Krankenhauseinweisung schlussendlich gegen den Willen der Mutter durchgesetzt hätte. Diese hätte ihr sogar den Zugang zum Schlafzimmer verwehrt. Die Verhandlung vor dem Landgericht dauert voraussichtlich bis zum 29. November. Mehrere Sachverständige und Zeugen sind geladen.

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Die angeklagte Neustädterin sagte aus, sie habe den Beruf als Hebamme unmittelbar nach dem tödlichen Vorfall aufgegeben.

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