Streit um Amtsführung

Präsidium der Hochschule Hannover um Kerkow-Weil tritt zurück

Streit um die Amtsführung: Rosemarie Kerkow-Weil.

Streit um die Amtsführung: Rosemarie Kerkow-Weil.

Hannover. Drei der vier Präsidiumsmitglieder der Hochschule Hannover (HsH) sind zurückgetreten. Präsidentin Prof. Rosemarie Kerkow-Weil und ihre beiden Stellvertreter Prof. Günter Hirth und Prof. Henning Ahlers haben beim Wissenschaftsministerium um die Entbindung ihrer Aufgaben gebeten. Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic kündigte an, dem Wunsch der drei Präsidiumsmitglieder zu entsprechen. Die für die Finanzen und die Verwaltung zuständige hauptberufliche Vizepräsidentin Ines Schwarz bleibt bis auf Weiteres im Amt.

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Der Senat der HsH, das gewählte Gremium mit Vertretern aller Hochschulgruppen, hatte das Präsidium nach nur einem Jahr Amtszeit im Januar abgewählt. Dem Team um Kerkow-Weil, der Frau des Ministerpräsidenten Stephan Weil, wurde ein autoritärer Führungsstil und mangelnde Transparenz bei Entscheidungen vorgeworfen. Der externe Hochschulrat hatte sich gegen eine Abwahl ausgesprochen. Damit war eine Patt-Situation entstanden. Mit dem Rücktritt greift das Präsidium nun einem zweiten vom Senat angekündigten Abwahlprozedere vor.

Das Ministerium will von der kommenden Woche an übergangsweise einen Beauftragten aus der Behörde an die Spitze der Hochschule setzen. Es ist Ministerialrat a. D. Lothar Hühnerbein, der fast 30 Jahre im Ministerium gearbeitet hat. Der Beauftragte werde auch mit der im Amt verbliebenen Vizepräsidentin Ines Schwarz zusammenarbeiten, teilte das Ministerium mit.

Das Präsidium machte in seiner Rücktrittserklärung deutlich, dass es die Position des Senats als schädlich für die Zukunft der Hochschule bewertet. Es habe sich "eine Vielzahl von Schwachstellen und auch Unregelmäßigkeiten in den Abläufen der Hochschule" offenbart, heißt es in der Erklärung. Und: "Wir scheiden aus unseren Ämtern aus in großer Sorge um die Zukunft der Hochschule Hannover. Die Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstreinigung und Korrektur innerhalb der Gremien ist unseres Erachtens unterentwickelt. Die Hochschule Hannover zukunftsfähig weiterzuentwickeln ist auf dieser Grundlage eine kaum zu bewältigende Aufgabe."

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