Opernplatz

Protestler stören AfD-Trauermarsch

Mehrere Gegendemonstranten haben am Sonntag versucht, die AfD-Kundgebung am Opernplatz zu stören.

Mehrere Gegendemonstranten haben am Sonntag versucht, die AfD-Kundgebung am Opernplatz zu stören.

Hannover. Die Landtagsfraktion der Alternativen für Deutschland (AfD) hat am Sonntag in der Innenstadt den deportierten Wolgadeutschen vor 77 Jahren gedacht. Rund 100 Teilnehmer versammelten sich am Opernplatz und erinnerten an den Befehl Stalins Ende August 1941, gegen die Minderheit vorzugehen und sie gewaltsam nach Sibirien und Zentralasien umzusiedeln. Im Vorfeld hatte die AfD mit bis zu 400 Teilnehmern gerechnet. Die Kundgebung mit anschließendem Trauermarsch zum Leineufer gegenüber des Landtags wurde immer wieder durch kleinere Aktionen von rund 20 Gegendemonstranten gestört.

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Dana Guth, AfD-Fraktionschefin und Landesvorsitzende in Niedersachsen, nannte den Befehl Stalins ein „unsägliches Edikt“, das zu Leid, Tod und Familientrennungen geführt habe. Hunderttausende Wolgadeutsche seien vertrieben worden und seien in den 90er Jahren ohne staatliche Unterstützung nach Deutschland zurückgekehrt. „Und trotzdem haben wir keine Welle der Gewalt erlebt“, so Guth. „Sie haben die Ärmel hochgekrempelt und gearbeitet.“ Der thüringische AfD-Bundestagsabgeordnete Anton Friesen, selbst Nachkomme von Wolgadeutschen, sprach von einer „unheiligen Allianz der Alt-68er und Multikulturellen mit dem Islam“. Laut Klaus Wichmann, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im Landtag, hätte das, was die Wolgadeutschen erleben mussten, „bei anderen Völkern zur Traumatisierung geführt“.

Timon Dzienus, Sprecher der Grünen Jugend Niedersachsen, kritisierte den Trauermarsch bereits im Vorfeld als „geschichtsrevisionistische Veranstaltung“, mit der die AfD versuche, „den Völkermord am Judentum herunterzuspielen“. Rund 20 Gegendemonstranten versuchten immer wieder, die Kundgebung zu stören. Als sich neun Protestler am Opernplatz ein Gerangel mit AfD-Ordnern lieferten, musste die Polizei erstmals einschreiten. Ein freier Journalist durfte zwischenzeitlich keine Fotos machen, ehe seine Personalien aufgenommen und sein Presseausweis überprüft wurde. Im weiteren Verlauf verhinderten AfD-Anhänger immer wieder, dass er Fotos machen konnte. Ein Gegendemonstrant stürmte zudem die AfD-Bühne und ein weiterer hatte versucht, das Trauerbanner der AfD abzureißen.

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Demo gegen Rassismus in Hannover

Am Montag wollen der DGB und das Bündnis "Bunt statt braun" ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen – Anlass sind die Ausschreitungen in Chemnitz. Um 17 Uhr startet der "Friedensweg" am Nordufer des Maschsees und zieht zur Aegidienkirche. Auch der Initiativkreis "Offene Gesellschaft" unterstützt die Aktion und ruft zur Teilnahme auf: "Es ist Zeit, Haltung und Gesicht zu zeigen für unsere Demokratie, unsere Grundrechte und den Rechtsstaat."

Von Peer Hellerling

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