Seelze

Reitverein Meeresreiter fürchtet um seine Existenz

Sturmtief "Friederike" hat das komplette Dach der Reithalle abgetragen – bis jetzt gibt es keinen Ersatz.

Sturmtief "Friederike" hat das komplette Dach der Reithalle abgetragen – bis jetzt gibt es keinen Ersatz.

Lohnde. Rund 120 Reitschüler verbringen ihre Freizeit regelmäßig in Seelzes einzigem Reitverein – bei den Meeresreitern in Lohnde. Seit rund fünf Jahren hat der der Verein sein Zuhause auf dem Hof von Heinrich Maaß. 17 Schulpferde sind dort untergestellt, Kinder ab fünf Jahren lernen, wie man richtig und sicher auf dem Pferderücken sitzt. Ausritte, Reiterspiele und verschiedene Ferienangebote ergänzen das Angebot. Doch um auch im Winter reiten zu können, bedarf es einer Reithalle. Bis Anfang des Jahres konnten sich die Vereinsmitglieder mit einer provisorischen Halle behelfen, die einst als Festzelt auf Schützenfesten und Jahrmärkten stand. Sturmtief Friederike, das Mitte Januar mit Orkanböen von 120 Kilometern pro Stunde über die Region hinwegfegte machte der Behelfshalle das Garaus. Seitdem müssen die Reiter ohne Halle auskommen – doch nun steht der Winter vor der Tür.

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„Wir haben Kosten von 8000 Euro im Monat“

„Wir haben Kosten von 8000 Euro im Monat“: Heinrich Maaß (von links) Michaela Maggioni und Mathias Klinge wünschen sich eine Reithalle.

Mitglieder verlassen den Verein

„Wir haben deshalb schon Austritte von Vereinsmitgliedern hinnehmen müssen“, sagt der Vereinsvorsitzende Mathias Klinge. Der Verein ist in Sorge, dass trotzt voller Wartelisten immer mehr Mitglieder austreten und ein Fortführen des Vereins somit unwirtschaftlich wird. „Wir haben Kosten von rund 8000 Euro pro Monat, die wir durch den Reitbetrieb decken“, sagt Klinge. Aus Sorge vor einer drohenden Vereinsschließung haben die Meeresreiter am Sonnabend zu einer außergewöhnlichen Mitgliederversammlung eingeladen. 36 Mitglieder sind der Einladung gefolgt, 31 davon haben sich dafür ausgesprochen weiter zu machen und auch weiter für den Bau einer Halle zu kämpfen.

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Kinder ab fünf Jahren können bei den Meeresreitern mit dem Reiten beginnen

Kinder ab fünf Jahren können bei den Meeresreitern mit dem Reiten beginnen.

Das Problem dabei ist die Baugenehmigung. Denn der Grund und Boden, auf dem sich die Zelthalle zuletzt befand, liegt inmitten des Landschaftsschutz- und Überschwemmungsgebiet (LSG). Ginge es nach den Wünschen von Hofinhaber Heinrich Maaß – der zeitgleich Verpächter der Meeresreiter und potentieller Investor der Reithalle ist – soll das Stück Fläche aus dem LSG heraus genommen werden und stattdessen eine Ausgleichfläche geschaffen werden. Einen entsprechenden Antrag dazu hat er mehrfach bei der zuständigen Region Hannover gestellt – eine Antwort steht noch immer aus. Auf das Protokoll einer Ortsbegehung im Jahr 2015 mit der Region Hannover, der Stadt Seelze und der ebenfalls zuständigen Unteren Wasserbehörde wartet der Landwirt noch immer. Auch zu einer möglichen Genehmigung an einem vorgeschlagenen Alternativstandort hüllt sich die Region in Schweigen.

Verein hofft auf Hilfe

„Während die eine Abteilung grünes Licht dafür signalisiert hat, spricht die andere davon, dass zuerst geklärt werden müsse, wie die dort befindlichen Bäume einzuordnen sind“, sagt Maaß. Handelt es sich bei der kleinen Gruppe von Eichen um Wald-oder Hofgehölz? Davon abhängig sei der Abstand, der beim Bau einer Reithalle eingehalten werden müsse, so der Landwirt. Aber auch auf diese Antworten wartet Maaß immer noch. „Wir sind unzählige Male bei der Region und der Stadt Seelze vorstellig gewesen. Langsam fühlen wir uns verschaukelt“, sagen Klinge und Maaß. In mehreren Aktenordnern hat Heinrich Maaß den Schriftverkehr mit den Behörden gesammelt, und in den vergangenen Jahren ist dabei einiges zusammen gekommen. Nun hat der Regionssportbund den Reitern Hilfe signalisiert und will die Funktionäre beim nächsten Termin ins Regionshaus begleiten. Auch von einem Schreiben an die SPD-Landtagsabgeordnete Claudia Schüßler erhofft sich der Vereinsvorstand Hilfe.

Mathias Klinge zeigt den Alternativstandort

Mathias Klinge zeigt den Alternativstandort. Doch es hapert an der Einstufung des Gehölz.

Von Sandra Remmer

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