Region kritisiert DRK-Prototyp

Rettungswagen der Zukunft ist nicht rot genug

Foto: Der neu entwickelte DRK-Rettungswagen müsste für den Einsatz in der Region eigentlich so rot sein wie die aktuellen Einsatzfahrzeuge.

Der neu entwickelte DRK-Rettungswagen (oben) müsste für den Einsatz in der Region eigentlich so rot sein wie die aktuellen Einsatzfahrzeuge (unten).

Hannover. Nach Informationen der HAZ besteht die Gefahr, dass die aufwendig entwickelte Beklebung des Prototyps bei einem Großteil der Krankenwagen in der Region nie zum Einsatz kommen wird. Grund dafür ist das einheitliche Design, das die Region ihren Rettungskräften im Zuge der Neuausschreibung Anfang 2013 verordnet hat.

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Am vergangenen Freitag hatte das DRK in sein Simulations- und Trainingszentrum an die Buchholzer Straße eingeladen, um den sogenannten Innovations-Rettungstransportwagen vorzustellen. Gemeinsam mit Vertretern der Industrie hatte der Verein ein halbes Jahr lang Neuerungen entwickelt, die den Sanitätern ihre tägliche Arbeit erleichtern sollen und die Sicherheit bei den Einsätzen erhöhen. „In diesem Rahmen wurde auch eine spezielle Beklebung entworfen, die die Sichtbarkeit der Rettungswagen an den Einsatzstellen verbessert“, sagte Stefan Topp, Geschäftsführer der DRK-Rettungsdienste. Gemeinsam mit dem Technologieunternehmen 3M wurde ein Karomuster für die Mercedes-Sprinter entwickelt, das sowohl nachts als auch am Tage besonders gut sichtbar ist. Dafür, dass es trotz aller Sicherheitsbestrebungen vielleicht dennoch nicht in der Region zum Einsatz kommt, sorgt ein Makel: Das Muster ist nicht rot.

Genau das fordert aber die Region Hannover seit Anfang vergangenen Jahres. Ab dem 1. Januar 2014 mussten alle Rettungsdienste, die im Auftrag der Gebietskörperschaft fahren wollen, ihre Wagen einheitlich gestalten. „Der Rettungsdienstträger Region Hannover wird auf diese Weise erkennbar“, sagt Regionssprecherin Christina Kreutz. Das sei eine wichtige Information für die Patienten, die so beispielsweise sofort wüssten, an wen sie sich bei Beschwerden wenden müssten. Also forderte der Träger das Rote Kreuz, Johanniter und Arbeiter Samariter Bund auf, ihre Wagen „leuchtrot beziehungsweise leuchthellrot“ zu lackieren oder zu bekleben. Unter anderem wurde die Farbe aus Gründen der guten Sichtbarkeit und der damit verbundenen Sicherheit ausgewählt.

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„Die Farbe ist aber nicht die optimale Lösung“, sagt DRK-Sprecherin Nadine Heese. „Gerade wenn die Sanitäter mit ihren roten Jacken vor dem roten Auto stehen, sieht man sie sehr schlecht.“ Sie ist der festen Überzeugung, dass das neue Design des Prototyps auch die Verantwortlichen bei der Region überzeugen wird.

Dort gibt man sich aber eher zurückhaltend. „Wir freuen uns sehr, dass das DRK den neuen Wagen entwickelt hat und ihn jetzt testet“, sagt Kreutz. Jedoch gehe es vor allem um die inneren Werte des Autos, wenn die Region entscheide, was an Neuerungen in die Serienausstattung der Rettungswagen übernommen werde. Die Außenbeklebung stehe gar nicht zur Debatte. Auf die ist man beim DRK allerdings besonders stolz.

Für den Probebetrieb in den Wachen in Hannover, Laatzen, Springe und Lehrte drückt die Region bis Juli 2015 erst einmal ein Auge zu. Für die Zeit danach gibt man sich beim DRK optimistisch. „Die nächste Ausschreibung kommt bestimmt“, sagt Heese. „Und wer weiß, vielleicht werden dann alle Wagen mit dem karierten Muster beklebt.“

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