Isernhagen

Robert Niemann begeistert mit spitzer Satire

Satiriker Robert Niemann liest amüsante Geschichten vor.

Satiriker Robert Niemann liest amüsante Geschichten vor.

Isernhagen. „Sie haben eine gute Entscheidung getroffen, nicht zu grillen oder das Kleine Fest im Großen Garten in Herrenhausen zu besuchen – und das, obwohl heute Freitag, der 13. ist“, so begrüßte Robert Niemann, der seit 20 Jahren mit spitzer Feder unter anderem für „Titanic“ und den „Eulenspiegel“ schreibt, die Gäste. Mit dieser Einleitung hatte der Autor am Freitagabend das Publikum im komplett gefüllten KulturKaffee Rautenkranz schnell auf seiner Seite. Als der Satire-Kolumnist seine Erlebnisse mit gleich zwei Navis gleichzeitig vorlas, die Erfolgschancen bei der Partnersuche über Internetplattformen auslotete oder aus dem Bedienungsanleitungskauderwelsch bei Maschinenübersetzungen zitierte, blieb kein Auge trocken. Und noch bei vielen anderen Texten seiner Lesung unter dem Motto „Männer, Frauen, Worte“ gab es etliche Lacher und Applaus.

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Der studierte Jurist und Historiker begeistert mit seiner skurrilen Sicht auf alltägliche Dinge, bei denen sich jeder an irgendeiner Stelle wiederfindet. Politische Fragen sind allerdings nicht unbedingt die Sache des gebürtigen Ostberliners. Gern aber nimmt er Prominente aus Film, Fernsehen und Sport aufs Korn. So habe Niemann gehofft, als Autor oft auf Verlagspartys eingeladen zu werden. Dem sei dann doch nicht so gewesen. „Bei einer Feier war ich tatsächlich eingeladen, aber kannte keinen.“ Erst als er auf die Toilette musste, erkannte er den Tatort-Kommissar Axel Prahl, der direkt neben ihm stand – auf Zehenspitzen. „Aber auf der Toilette fange ich doch kein Gespräch an“, sagt Niemann.

Lustig macht sich Niemann auch gekonnt über sogenannte Fitness-Tracker – mit Herzfrequenz-Barometer, Höhenmesser, Schrittzähler und Schlafmonitor. Seine Frau habe einen alten Mitschüler zum Frühstück eingeladen. Jens-Uwe, so sein Name, sei 16 Kilometer weit gelaufen. Er habe Brötchen mitgebracht und trage um sein Handgelenk auch einen Tracker. „Ohne Anleitung kann er wohl nicht laufen“, sagt Niemann –und das Publikum feiert ihn.

Das Publikum amüsierte sich über bissfeste Satire zuweilen auch über die Schmerzgrenze hinaus. „Aber das will man ja genauso haben“, sagte eine Besucherin in der Pause. Herrliche Absurditäten mit logischer Konsequenz gab es zuhauf. Nur ein Makel blieb: Weil Niemann auf das Mikrofon verzichtete, kam manche Pointe in den letzten Reihen nicht an. Schade. Sie waren allesamt hörenswert.

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Von Katerina Jarolim-Vormeier

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