Unterrichtsausfall

Schulfrei in Hannover: Wieso? Weshalb? Warum?

„Es gab morgens kein Glatteis auf Hannovers Straßen, der Unterricht hätte wie geplant stattfinden können“, kritisierte Oswald Nachtwey, Leiter der Integrierten Gesamtschule List, die Entscheidung der Regionsverwaltung. Zumal in diesem Winter an manchen Tagen schon weit schlimmere Straßenverhältnisse geherrscht hätten – ohne dass der Unterricht abgeblasen worden ist.

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Die Entscheidung, den Unterricht ausfallen zu lassen, ist nach Angaben von Regionsdezernent Hans-Georg Martensen keine einfache: „Wir wollen einerseits möglichst früh informieren, andererseits aber so lange wie möglich abwarten, ob vielleicht doch Unterricht stattfinden kann.“ Entscheidend seien die Nachrichten aus der Regionsleitstelle, in der Informationen unter anderem über die Wetterlage und die Verkehrssituation zusammenfließen. Gegen 23 Uhr am Dienstag habe man aufgrund der ungünstigen Wetterprognosen entschieden, den Unterricht im gesamten Regionsgebiet ausfallen zu lassen.

Die Not, eine Betreuung zu finden, hielt sich für berufstätige Eltern in Grenzen. So boten alle 56 Grundschulen in der Stadt eine Betreuung bis zum Mittag an, die Horte in städtischer und freier Trägerschaft blieben ohnehin geöffnet. „Wir schicken kein Kind nach Hause“, sagte Rudolf Stenner, Leiter der Grundschule Wendlandstraße. Selbst an den weiterführenden Schulen richteten die Lehrer, für die Anwesenheitspflicht bestand, morgens Notgruppen ein.

Für manche Eltern war es allerdings purer Zufall, nicht in die Bredouille geraten zu sein. „Ich bin froh, dass ich ausgerechnet mittwochs nicht arbeiten muss“, sagte Claudia Beie, deren Tochter die Grundschule Suthwiesenstraße besucht. Die Medizinische Hochschule Hannover organisierte für ihre Mitarbeiter spontan eine Notfallbetreuungsgruppe, in der neun Kinder beaufsichtigt wurden. In den kommenden Tagen muss der Lernstoff durch zusätzliche Stunden nachgeholt werden. „Da könnte sich der Steuerzahler zu Recht beschweren“, meinte Wilhelm Bredthauer, Schulleiter des Gymnasiums Goetheschule. Tatsächlich mahnte der Bund der Steuerzahler gestern zu Kostenneutralität. Es könne nicht sein, dass durch einen Unterrichtsausfall, der für das Stadtgebiet nicht zwingend gewesen sei, zusätzliche Ausgaben für Lehrerstunden entstünden, sagte Referent Daniel Kaspar.

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Auch die Leser dieser Zeitung machten ihrem Ärger auf HAZ.de Luft. "Schulfrei für die Kinder ist schön. Aber wie sieht es mit dem Bildungsauftrag der Schulen aus?", fragte ein Vater. Bemängelt wurde die Informationspolitik der Region. So sei die Internetseite der Verkehrsmanagementzentrale, die von Polizei, Stadt- und Regionsverwaltung betrieben wird, am Mittwochmorgen zeitweise überlastet gewesen. Die Region verspricht Besserung. "Wir werden ab sofort wichtige Nachrichten auf der Seite www.hannover.de einblenden", sagte Sprecherin Christina Kreutz. Auch auf Haz.de können sich Leser über mögliche Unterrichtsausfälle informieren.

Andreas Schinkel 
und Bernd Haase

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