Langenhagen

Schulleiterinnen befürworten Bannmeile

Schulkinder steigen in ein privates Fahrzeug – um den Nachwuchs sicher zur Schule zu bringen, halten viele Eltern direkt vor dem Schulgebäude.

Schulkinder steigen in ein privates Fahrzeug – um den Nachwuchs sicher zur Schule zu bringen, halten viele Eltern direkt vor dem Schulgebäude.

Langenhagen. Elterntaxis sind in Langenhagen ein Problem: Statt ihre Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad in Richtung Grundschule zu schicken, bringen viele Eltern ihre Schützlinge lieber mit dem Auto zur Schule – zu viele, befinden Schulleiterinnen und Stadtverwaltung einmütig. Die CDU Langenhagen hat nun einen Antrag in den Rat eingebracht, in dem sie die Stadt zur Prüfung sogenannter Bannmeilen vor betroffenen Einrichtungen auffordert. Parallel sollen Eltern in einer Umfrage der Christdemokraten ihre Erfahrungen schildern.

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Schüler, die zu Fuß oder mit dem Rad kommen, gefährdet

Elterntaxis behindern zu den Stoßzeiten nicht nur andere Kraftfahrzeuge, sondern auch Schüler, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen. Ursula Starker, Leiterin der Grundschule Kaltenweide, sagt, sie beobachte, wie Kinder, die mit dem Rad auf der Straße zur Schule fahren, auf den Gehweg ausweichen müssten. Auch die Leiterin der Grundschule Engelbostel, Stefanie Haller, macht solche Erfahrungen: „Unsere Erstklässler haben mit der Polizei gelbe Füße auf den Gehweg gesprüht. Hier sollen unsere Schüler die Straße eigentlich sicher überqueren können – stattdessen parken Eltern darauf.“ Nachdem sie Eltern auf die Vergehen hinwiesen, hätten sich Mitarbeiter der Schulen teilweise Beschimpfungen anhören müssen, berichten Starker und Haller unisono. Gleichwohl gebe es für Starker Unterstützung aus dem Ortsrat Kaltenweide, Haller wiederum pflichte der Schulelternrat bei.

Auch an der Friedrich-Ebert-Schule in der Kernstadt ereigneten sich „Situationen, in denen man die Luft anhält“, sagt Schulleiterin Gabriela Schoppmeier-Kawan. Sie erlebe sogar Eltern, die schlicht auf der Hindenburgstraße parken und ihr Kind in die Einrichtung bringen – auf dem Gehweg stehen inzwischen Poller, die das Parken hier eigentlich verhindern sollten. Die Parkplätze vor der Schule seien wiederum zu wenige, als dass Elterntaxis, Kollegen und Anwohner zu den Stoßzeiten darauf parken könnten, stellt Schoppmeier-Kavan fest.

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Zu Fuß gehen: Sicherheit, Selbstständigkeit, Bewegung

„Ich verstehe nicht, warum Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen wollen, nicht auch in umliegenden Straßen oder am Einkaufszentrum an der Elisabethkirche parken können und ihre Kinder dort hinauslassen oder mit ihnen einige hundert Meter zu Fuß gehen“, meint Petra Adolf, Leiterin der Hermann-Löns-Grundschule. Wie ihre drei Kolleginnen hält sie den Vorstoß der Christdemokraten und der Stadtverwaltung für dringend nötig.

Sie würde es begrüßen, wenn Kinder ohnehin zu Fuß gehen, sagt Haller. „Dabei spielen unter anderem Sicherheit, Selbstständigkeit und Bewegung eine Rolle“, so die Rektorin. „Schulweg ist auch Abenteuer“, betont ihre Kollegin Petra Adolf. Sie sehe keine Gefährdung der Kinder, sondern die Unsicherheit der Eltern als Problem: „Kinder, die regelmäßig zu Fuß gehen, geraten seltener in einen Unfall.“

Bauliche Lösungen wohl keine Alternative

Während die Errichtung einer Halteverbotszone zu Stoßzeiten wohl eine schnelle Lösung ist, sehen die beteiligten Schulen sowie die Stadt zurzeit noch keine Möglichkeit, dem Problem mit baulichen Maßnahmen – etwa sogenannten Kiss-and-ride-Zonen – Herr zu werden: „Dafür ist der Andrang an den Grundschulen schlicht zu groß“, schätzt Anette Mecke, Abteilungsleiterin Verkehr und Straßen der Stadt Langenhagen, die Situation ein.

Ende September möchte sich die Stadt jetzt mit der Grundschule Engelbostel zusammensetzen, um Maßnahmen gegen die Problematik zu besprechen. Aus den Erfahrungen in Engelbostel will die Verwaltung dann Schlüsse für andere Einrichtungen ziehen, kündigt Mecke an.

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Von Konstantin Klenke

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