Serie „Handgemacht in Seelze“

Seelzer fertigt Dekorationen aus Holz

Horst John arbeitet mit einer Dekupiersäge

Horst John arbeitet mit einer Dekupiersäge

Seelze. Bevor Horst John zum ersten Mal Vater wurde, baute er für seinen Nachwuchs eine Rennbahn. „Es wurde aber ein Mädchen und sie hatte wenig Interesse an Autorennen“, erzählt der Seelzer und fügt hinzu, dass er dann allein damit gespielt habe – bis endlich ein Sohn geboren wurde.

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Bereits seit 1971 arbeitet der heute 83-Jährige John mittlerweile kreativ mit Holz. „Es hat mir von Anfang an Spaß gemacht und deshalb bin ich dabei geblieben“, sagt er. Während er in der Anfangszeit das Holz noch mit der Laubsäge bearbeitete, unterstützt ihn heute eine elektrische Dekupiersäge. John arbeitet ausschließlich mit Pappelholz, das ist weich und eignet sich zusätzlich zum Einbrennen. Die Schulen seiner Kinder wurden früher mit zahlreichen dekorativen Holzarbeiten bestückt, später dann auch die Kindergärten und Schulen der Enkelkinder. „Ich habe immer alles verschenkt“, sagt John. Und seine hölzernen Weihnachtsmänner und Osterhasen kamen auch. Auch Freunde und Bekannte lassen sich gern passend zur Jahreszeit von dem Hobby-Künstler beschenken. So bleiben die fertigen Arbeiten nie lange in Johns Werkstatt stehen. Ob Hampelmann, Mobile oder eine Figur für den Garten – die bunten Werke finden schnell einen Abnehmer.

Kinder wünschen sich Motive

70 verschiedene Acrylfarben hat John fein säuberlich in Schubladen sortiert. Zwischen Dekupiersäge und Schraubstock reihen sich auf dem Arbeitstisch unterschiedliche Stifte und Feilen aneinander. Die Motive für seine Arbeiten findet John oft in der Zeitung, manchmal kommen auch die drei Enkelkinder mit speziellen Wünschen. Dann muss der Opa auch mal eine große Katze zeichnen und sie anschließend aussägen. Ab und zu werden die Arbeiten auch mit Stoffen ergänzt, wie der braune Elch, den ein roter Filz-Schal ziert. Johns größtes Problem ist die Zeit, denn davon hat er meist nie genug. Nur in der dunklen Jahreszeit findet er den Weg in seine Werkstatt, im Sommer fordern Schrebergarten mit Eigenanbau von Kartoffeln und Gemüse viel Kraft und Zeit. Und am Sonnabend nimmt er immer noch regelmäßig am Lauftreff teil. „Bis vor ein paar Jahren konnte ich noch joggen, aber jetzt gehe ich nur noch spazieren“, sagt der ehemalige Marathonläufer.

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Serie: Handgemacht in Seelze

Sie fertigen Hüte, Seife, Babykleidung, Puppen, Geschirr und Taschen: Seelze hat ein erstaunliches Kreativ-Potenzial. In unserer Lokalserie „Handgemacht in Seelze“ stellen wir Menschen vor, die tatsächlich noch mit den Händen arbeiten. Wir zeigen Künstler an der Nähmaschine, an der Stricknadel, in der Werkstatt und an der Töpferscheibe. Sie erklären uns, wie aus einer Idee oder einem Hobby kleine Geschäftsmodelle werden können. ton

Von Heike Baake

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