Hilfe zur Selbsthilfe

So unterstützt „Lehrte hilft“ Geflüchteten aus der Ukraine

Hilfe für Geflüchtete: Ein Blick in das Montagscafé im Jahr 2018.

Hilfe für Geflüchtete: Ein Blick in das Montagscafé im Jahr 2018.

Lehrte. Hilfe zur Selbsthilfe: Unter diesem Motto unterstützt das Netzwerk „Lehrte hilft“ seit 2015 geflüchtete Menschen dabei, in Deutschland anzukommen und sich zurechtzufinden. Nun sehen sich die Helferinnen und Helfer mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Sie stehen den Menschen bei, die aufgrund des Krieges aus der Ukraine geflohen sind und in Lehrte Unterschlupf finden. Das größte Problem: Es mangelt an Unterkünften.

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Schon in den vergangenen Wochen hat der Verein seine Angebote wieder hochgefahren. „Mit unserem Montagscafé bieten wir einen niedrigschwelligen Treffpunkt, um Netzwerke aufzubauen“, sagt Armin Albat von „Lehrte hilft“. Erstmals gab es am 14. März nach längerer Pause wieder ein Treffen. „Bei Kaffee, Tee und Gebäck geht es neben dem Austausch vor allem darum, Fragen des Alltags zu beantworten: Wie bekommt man Sozialhilfen? Wie läuft ein Arztbesuch ab? Und wie funktioniert der öffentliche Nahverkehr?“, erzählt Albat.

Neue Helfer sind stets gern gesehen

„Lehrte hilft“ gründet seine Arbeit insbesondere auf das Engagement von Ehrenamtlichen. Sie werden je nach Bedarf und Neigungen dort zugeordnet, wo sie gebraucht werden. Das gilt auch für das Montagscafé. Dabei können sich alle nach ihren Wünschen einbringen, betont Albat. Die einen helfen lieber beim Kaffeekochen, andere konzentrieren sich auf das Gespräch mit den Ankommenden. „Wer dabei mitmachen möchte, ist herzlich willkommen.“

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Oberstes Ziel von „Lehrte hilft“ ist es indes, den in der Stadt angekommenen Flüchtlingen dabei zu helfen, sich selbst zu organisieren. „Zum Beispiel möchten wir, dass geflüchtete Lehrerinnen und Erzieherinnen ihre eigenen Veranstaltungen machen können“, sagt Albat. Außer dem Montagscafé gebe es daher auch ein Projekt, das sich an Kinder im Grundschulalter richtet. Es heißt „Lernfüchse“. Kindern wird dabei in ersten Schritten Deutsch beigebracht.

Lehrerin springt als Dolmetscherin ein

Glücklich ist Albat darüber, dass die Kommunikation mit den in Lehrte angekommenen Menschen aus der Ukraine meist sehr gut funktioniere. „Wir haben genug Dolmetscherinnen und Dolmetscher“, sagt er. Unter den Geflüchteten seien auch einige, die Englisch oder sogar Deutsch sprächen – darunter eine Lehrerin. „Sie ist direkt als Dolmetscherin eingesprungen“, erzählt Albat.

Zudem versucht der Verein „Lehrte hilft“, Sachspenden für die Geflüchteten sachgerecht zu verteilen. „Wir vermitteln die Spenden bei Bedarf“, erzählt Albat. Dafür gebe es eine Liste mit den benötigten und den angebotenen Dingen. Das habe den Vorteil, dass kein Lager benötigt wird, in dem sich gespendete, aber nicht gebrauchte Gegenstände sammelten. „Derzeit brauchen wir keine expliziten Sachspenden“, sagt Albat. Bei Bedarf fänden die Helfenden über Aufrufe in Netzwerken relativ schnell, was benötigt wird.

Unterkünfte dringend gesucht

Die Unterbringung der Menschen aus der Ukraine in Lehrte stelle dagegen das derzeit größte Problem dar, sagt Albat: "Da müssen wir, wenn möglich, einfach zusammenrücken." Wer bereit ist, Menschen aus der Ukraine aufzunehmen, kann sich bei der Stadtverwaltung unter Telefon (05132) 5050 oder per E-Mail an die Adresseukrainehilfe@lehrte.de wenden. Zusätzlich sucht die Stadt Gastfamilien für junge Geflüchtete und nimmt Hilfsangebote dafür unter der Mailadresse gasteltern@lehrte.de entgegen. Weitere Informationen, gibt es auch auf der Website von "Lehrte hilft".

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Von Lucas Kreß

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