Chemiefirma verkauft Gebäude

Solvay-Standort ist auf Jahre gesichert

Traditionsstandort: Die Holding von Solvay Deutschland residiert nahe dem Pferdeturm in der Hans-Böckler-Allee.

Traditionsstandort: Die Holding von Solvay Deutschland residiert nahe dem Pferdeturm in der Hans-Böckler-Allee.

Hannover. Eine Schweizer Fondsgesellschaft hat die Immobilie mit Hannovers schönstem fünfziger-Jahre-Schwebedach über dem Eingang gekauft und für eine Laufzeit von mindestens 15 Jahren an Solvay zurückvermietet - Verlängerungsoption inbegriffen. Als „ein deutliches Bekenntnis zum Standort“ wertet Andreas Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Solvay GmbH, diesen Schritt. Denn auch in Barcelona, Madrid, Paris und Brüssel hat Solvay seine Stammimmobilien verkauft, musste sie dort aber räumen. In Brüssel etwa, wo die Solvay-Gründer vor gut 100 Jahren mit Max Planck, Einstein und Marie Curie diskutiert hatten, sind die Mitarbeiter jetzt in Stadtrandimmobilien umgezogen. In Hannover dürfen sie bleiben.

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Solvay hat auch in Hannover Federn lassen müssen. Von den einst mehr als 1200 Mitarbeitern musste ein Großteil beim Verkauf der Pharma-Sparte zu Abbott wechseln, dabei wurden auch Hunderte Stellen reduziert. Derzeit umfasst Solvay in Hannover rund 280 Mitarbeiter. Von hier aus wird die weltweite Forschung vor allem mit Fluorprodukten betrieben. Als Hauptsitz der Deutschland-Holding von Solvay übernehmen die Mitarbeiter zudem die Gehaltsabrechnungen, Computerdienstleistungen sowie Steuer- und Rechtsgeschäfte für alle deutschen Standorte. Dabei soll es auch bleiben, hatte Meier bereits bei seinem Amtsantritt vor einem Jahr versprochen - und Wort gehalten. Freitagfrüh hat er die Belegschaft über die neueste Entwicklung informiert. „Sehr ruhig und gelassen“ hätten die Anwesenden die Nachricht aufgefasst, sagte Betriebsratschef Herbert Röhrle anschließend: „Wir als Betriebsrat sehen die Entwicklung positiv.“

Einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ habe die Schweizer Fondsgesellschaft Peakside gezahlt, bestätigen Meier und Peakside-Teilhaber Boris Schran. Die Firma ist in Hannover nicht unbekannt: Ihr gehört außer einem Objekt in der Spichernstraße (Oststadt) auch der historische Teil des Pelikan-Viertels (List). Das Unternehmen hat 2010 Immobilien von der ins Trudeln geratenen US-Bank Meryll Lynch übernommen. „Wir fühlen uns am Standort Hannover sehr wohl“, sagte Schran gestern.

24000 Quadratmeter Bürofläche umfasst der Verkauf. Nicht dabei sind die Flächen an der Freundallee, die zu Abott gehören. Als Untermieter hat die Landwirtschaftskammer Büros im Ostflügel des Solvay-Komplexes gebucht - damit sind die Gebäude trotz des Stellenabbaus fast vollständig ausgelastet.

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