Schließung

Spanier sorgen sich um das Konsulat in der Bödekerstraße

Francisco Gonzalez Baldovi spricht aus, was viele der in Hannover lebenden Spanier über die geplante Schließung des spanischen Generalkonsulats denken: „Das ist sehr, sehr schlecht für uns.“ Das Konsulat sei eine der tragenden Säulen für die spanische Kulturarbeit in Hannover, erläutert Baldovi, der Vorsitzender des Coro Hispano ist, eines hannoverschen Chors, der spanische und lateinamerikanische Lieder singt. Er befürchtet, dass nach einer Schließung die Zusammenarbeit mit spanischen Institutionen gar nicht mehr möglich ist. Dabei habe das Konsulat in Hannover nicht nur finanzielle Unterstützung für die spanische Kulturarbeit geleistet, sondern auch bei der Werbung geholfen und Kontakte geknüpft.

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Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Spanien sein Generalkonsulat schließen will. Besonders pikant dabei: Spanien ist derzeit bei der Computermesse CeBIT Partnerland. Bei der Stadt Hannover gab es gestern keine Stellungnahme zu der Schließung. Es gebe noch keine offizielle Mitteilung an die Stadt, sagte eine Stadtsprecherin zur Begründung.

Im Gegensatz zu den Spaniern wollen die anderen drei Konsulate in Hannover hier bleiben. Die Italiener werten ihre Vertretung in Hannover sogar auf. Nach anfänglichen Schließungsgedanken der Regierung in Rom soll statt des Generalkonsulats in Hannover in der Freundallee (Stadtteil Bult) die Vertretung in Hamburg aufgegeben und der äußerste Norden von Hannover aus mit betreut werden.

Ein klares Bekenntnis gibt es auch zum Erhalt des türkischen Generalkonsulats in der Straße An der Christuskirche (Nordstadt). „Eine Schließung wäre wegen der großen Anzahl der türkischen Bevölkerung gar nicht machbar“, sagte eine Sprecherin des türkischen Botschafters in Berlin. Die Vertretung in Hannover betreut rund 300 000 Türken in Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt. Allein in und um Hannover leben nach Schätzung des Konsulats rund 25 000 Türken.

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Beim griechischen Generalkonsulat hieß es gestern auf die Frage einer möglichen Schließung zunächst: „Nichts ist sicher.“ Später stellte Generalkonsul Dimitrios Ioannou aber klar, dass es keinen Plan für die Auflösung der Vertretung in der Gellertstraße im Zooviertel gebe. Mit neun Mitarbeitern werden von dort die rund 30 000 in Niedersachsen und Bremen lebenden Griechen betreut.

Das klarste und deutlichste Bekenntnis zum diplomatischen Standort Hannover kommt von einer gebürtigen Costa Ricanerin, die im Honorarkonsulat des mittelamerikanischen Landes arbeitet. „Wir sind sehr glücklich hier“, sagte Ada Bettels aus der Vertretung in der Marienstraße. „Und wenn wie heute die Sonne scheint, fühlen wir uns fast wie zu Hause“, fügt sie hinzu.

Costa Rica ist eines von 24 Ländern, das in Hannover Honorarkonsulate eingerichtet hat. Unter anderem lassen sich Großbritannien und die Republik Österreich durch Honorarkonsuln in Hannover vertreten. Aber auch Länder wie das westafrikanische Togo oder die frühere Sowjetrepublik Kirgisistan haben in oder um Hannover eine Dependance. Die kirgisische Honorarkonsulin beispielsweise hat ihren Sitz im Sehnder Ortsteil Bolzum, standesgemäß auf einem alten Rittergut.

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