Kontrollen

Stadt geht gegen Kleingartenbewohner vor

Foto: Unter welchen Bedingungen eine Gartenlaube gebaut werden darf, steht in der Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Unter welchen Bedingungen eine Gartenlaube gebaut werden darf, steht in der Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes.

Hannover. Wie viele der mehr als 18.000 Kleingärten in Hannover als ständiger Wohnsitz genutzt werden, kann Rathaussprecher Dennis Dixnicht sagen. „Wir haben keine Vorstellung, wie viele Leute das sind.“ In Kleingärtnerkreisen geht man von einer Zahl von bis zu 120 illegal bewohnter Gartenhäuser aus.

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„Wohnen in Kleingärten ist laut Kleingartengesetz nicht erlaubt“, sagt der Rathaussprecher. Das Bauamt sei seit dem Jahr 2010 unterwegs und untersuche das Problem. Die Stadt sei von der Region aufgefordert worden, das Wohnen in Kleingärten aus umweltrechtlichen Gründen zu unterbinden, erläutert Dix. Denn in den Kleingärten gebe es weder Kanalisation noch Müllabfuhr. „Wir sind deshalb verpflichtet, dem nachzugehen“, betont Dix.

Meist wohnen die Betroffenen schon seit Jahrzehnten in den Gartenlauben und haben es sich dort gemütlich eingerichtet. Beim Bezirksverband der Kleingärtner sind aber auch Fälle bekannt, in denen sich Familien erst vor wenigen Monaten in frei gewordenen Häuschen dauerhaft niedergelassen haben.

Nach Angaben von Dix prüfen die Mitarbeiter zunächst die Akten. „Gibt es Hinweise auf ungenehmigtes Wohnen in einem Kleingarten, wird zur Sachverhaltsklärung der Eigentümer ermittelt“, berichtet er. Mit einer Besichtigung könne geklärt werden, ob die Hinweise sich erhärten. Falls ja, gebe es zunächst eine schriftliche Anhörung. Letzte Konsequenz sei die Aufforderung, in angemessener Zeit auszuziehen. Die Betroffenen müssten sich dann eine Wohnung als neue Bleibe suchen. Ein derartiges Verfahren könne sich über Monate hinziehen, berichtet Dix. In Einzelfällen komme es aber vor, dass ein Auszug aus der Gartenlaube nicht zumutbar sei, zum Beispiel bei älteren Menschen. Dann sei - nach eingehender Prüfung - eine individuelle Duldung denkbar, berichtet Dix. Allerdings müssten die Entsorgung von Abwasser und Müll sichergestellt sein.

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Wenige Sonderfälle: Ein Sonderfall sind einige wenige Kleingarten-Dauerwohngebiete sowie Gartenlauben, die noch von Kriegsflüchtlingen seit 1945 bewohnt werden. Wegen der damaligen Wohnungsnot war die Unterbringung von Flüchtlingen in Kleingärten legalisiert worden. Dabei handelt es sich nach Angaben von Bezirksverbandsjustiziar Andreas Hildebrand ausschließlich um alte Frauen. Diese dürfen weiter in ihren Häuschen bleiben.

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