Barocke Pracht

Stadt Hannover öffnet Galerie Herrenhausen

Bald wieder zugänglich: Nach der Sanierung 2010 hat die Stadt den Bürgern Zutritt in den Festsaal der Galerie gewährt – danach war er fast nur für geschlossene Veranstaltungen nutzbar.

Bald wieder zugänglich: Nach der Sanierung 2010 hat die Stadt den Bürgern Zutritt in den Festsaal der Galerie gewährt – danach war er fast nur für geschlossene Veranstaltungen nutzbar.

Hannover. Denn im Gegensatz zum rekonstruierten Schloss, dessen Inneres sich als nüchternes Tagungs­zentrum präsentiert, ist die Galerie als barockes Original erhalten. Bisher war sie aber nur zu Festveranstaltungen für exklusive Kreise geöffnet.

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„Wir haben immer versprochen, dass die Galerie öffentlich zugänglich sein soll - dieses Versprechen lösen wir jetzt ein“, sagte Kulturdezernentin Marlis Drevermann gestern bei der Vorstellung des Konzepts. Ab Mitte Mai, wenn das Museum im Schloss eröffnet ist, wird es an jedem ersten und dritten Sonntag des Monats Führungen geben, die die Bedeutung des historischen Orts erklären und die Schönheit der Räume erfahrbar machen.

Die Rückwand der ursprünglich als Orangerie geplanten Galerie ist von Norddeutschlands schönstem Freskenzyklus aus der Hand des Venezianers Tomaso Giusti geziert. Plastische Malereien lassen auch das Gewölbe der Decke erhaben erscheinen - es ist pure Illusionsmalerei. An den Wänden des Festsaals reihen sich die Büsten römischer Kaiser, von denen nach der napoleonischen Besatzung nur ein Teil den Weg zurück nach Hannover gefunden hat. Eine große Besonderheit: Die Besuchergruppen werden während der Führungen auch auf die beiden Galerien treten dürfen, die dem Gebäude seinen Namen gegeben haben. Von dort aus erklang früher die Festmusik von Händel und Steffani, den beiden Herrenhäuser Barockkomponisten. Auch die Räume des Westflügels der Galerie - das Frühlingszimmer im Erdgeschoss und oben das Sophien- und das Leibnizzimmer - sollen zu besichtigen sein. „Es handelt sich um eine der bedeutendsten Schlossanlagen Norddeutschlands“, sagt der Direktor des Historischen Museums, Prof. Thomas Schwark, der auch das Schlossmuseum verantworten wird.

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Das Konzept für die Führungen, das er gemeinsam mit Gartendirektor Ronald Clark erarbeitet hat, sieht pro Sonntag bis zu vier 45-minütige Touren für bis zu zwölf Personen vor - mehr dürfen aus Brandschutzgründen nicht in die Obergeschosse der Galerie. Die Führungen starten im Ostflügel des Museums, wo die Geschichte des Schlosses und der Gärten erklärt wird, dann geht es hinüber zur Galerie. „Der Veranstaltungsbetrieb in Hannovers schönstem Festsaal geht aber weiter“, sagt Dezernentin Drevermann. Will heißen: Wenn dort etwa für Konzerte oder Empfänge aufgebaut wird, kann es für die Besucher eng werden. Die Stadt begreift das erste Jahr der Führungen ohnehin als Testphase. Gibt es wenig Interesse, werden sie wieder eingestellt. Ist die Nachfrage größer als erwartet, soll das Angebot aber ausgeweitet werden.

Conrad von Meding und Eleni Maurischat

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