Einjährige Testphase

Stadt verleiht E-Fahrräder – gratis

Hannover - Start des Pedelec-Verleihsystems, Trammplatz - Bodemann und Bürger fahren Probe vor dem Rathaus (Foto Tim Schaarschmidt)

Hannover - Start des Pedelec-Verleihsystems, Trammplatz - Bodemann und Bürger fahren Probe vor dem Rathaus (Foto Tim Schaarschmidt)

Hannover. Unter den 60 angebotenen E-Bikes gibt es auch 20 Lastenräder, mit denen schweres Gepäck transportiert werden kann. Die Leihdauer reicht von einem halben Tag bis zu drei Wochen. „Wir hoffen, mit dem Angebot, noch mehr Menschen fürs Radfahren begeistern zu können“, sagt Baudezernent Uwe Bodemann. Zudem wolle man auf den Nutzen von Lastenrädern aufmerksam machen. Bis Juni 2016 bleibt die Ausleihe kostenfrei, danach soll das Angebot zwar nicht eingestellt werden, doch denkt man über Gebühren nach.

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Die ausleihbaren E-Bikes haben einen Stückpreis von 2500 bis 3500 Euro. Finanziert wird das Projekt überwiegend durch einen Zuschuss vom Bund. Elektromobilität soll in Deutschland vorangetrieben werden, so der politische Wunsch, und die Metropolregion Hannover, Braunschweig, Göttingen, Wolfsburg ist eine von vier ausgewählten Gebieten, die zum „Schaufenster Elektromobilität“ erklärt wurden. Was das konkret bedeutet, zeigt sich jetzt am neuen E-Bike-Verleih.

"Für Hannover ist die Pedelec-Ausleihe eine kluge Wahl", sagt Raimund Nowak, Geschäftsführer der Metropolregion. Denn die Elektroräder erfreuten sich in der Stadt zunehmender Beliebtheit. "Früher hieß es noch, dass E-Bikes eine Brückentechnologie zum Rollator seien", sagt Nowak augenzwinkernd. Schließlich kämen echte Radler auch ohne Elektromotor voran. Heute gelte der Tritt in die motorverstärkten Pedalen als schick, sagt Nowak.
Ursprünglich sollten schon vor zwei Jahren in Hannover Pedelecs verliehen werden, doch die Umsetzung erwies sich als schwierig. Die Stadt wollte an zehn Orten Elektroräder anbieten. Der Verleih sollte automatisiert erfolgen, also ohne Personalaufwand. Doch trotz europaweiter Ausschreibung war kein Angebot brauchbar: Entweder waren sie zu teuer oder rechtlich untauglich. Viel Zeit verstrich, in der Ratspolitik fragten sich einige, ob es überhaupt noch etwas werde mit dem Pedelec-Verleih.

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Jetzt fährt die Stadt eine andere Strategie: Nicht mehr an zehn Standorten stehen Räder, sondern nur noch an drei. Zudem verzichtet man auf automatisierten Verleih und setzt auf Menschen. Die Mitarbeiter der beiden Radstationen vom Drogenhilfenetzwerk Step und der Union Boden sowie der VCD kümmern sich um die Formalitäten. Auch die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat acht Pedelecs für eine wissenschaftliche Studie bekommen. Die Mediziner wollen herausfinden, wie sich die Nutzung der Räder im Alltag und in der Freizeit auf die Gesundheit auswirkt.

So funktioniert die Ausleihe

Ab wann gibt es die Pedelecs?
Die Ausleihe der E-Bikes beginnt sofort. Die Räder sind für Fahrer jeden Alters geeignet. Wer Radfahren kann, dürfte auch mit Pedelcs keine Probleme haben.

Wie schnell sind die Räder?
Alle Räder verfügen über einen eingebauten Elektromotor, der das Treten unterstützt. Damit sich das Tempo bei trainierten Radlern nicht zu sehr erhöht, sind die Pedelecs auf ein Tempo von 25 Kilometern pro Stunde begrenzt.

Wie funktioniert die Ausleihe?
Wer ausleihen will, meldet sich per Anruf oder E-Mail bei einen der drei Betreiber. Beginn und Dauer der Ausleihe werden vereinbart. Die Radstation in der Rundestraße 16 ist unter Telefon (05 11) 300 900 35 oder unter der Mailadresse radstation@step-niedersachsen.de zu erreichen. Der VCD in der Herrenstraße 6 kann unter der Rufnummer (05 11) 7 00 05 22 kontaktiert werden, die ­E-Mail-Anschrift lautet: e-fahrrad-nds@vcd-mail.org. Die Radstation in der Osterstraße 42 ist unter der Nummer 367 09 22 erreichbar, die Mailadresse ist service@cityparken-hannover.de.

Was muss zum Ausleihen mitgebracht werden?
Beim Abholen des bestellten Rads muss ein Pfand von 50 Euro hinterlegt werden. Die beiden Radstationen verleihen ihre E-Bikes zwischen einem halben Tag und einer Woche, der VCD stellt Räder bis zu drei Wochen zur Verfügung. Bevor es losgeht, zeigen Mitarbeiter, wie die Räder zu handhaben sind. Zudem bekommen die Radler noch einen Fragebogen der Hochschule Hannover in die Hand gedrückt. Die Forscher wollen herausfinden, welche Strecken die Nutzer zurückgelegt haben.

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