Wedemark

Stammt Munition von alter Flakstellung?

Bei dem Feuer zwischen Brelingen und Wiechendorf explodierte vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Bei dem Feuer zwischen Brelingen und Wiechendorf explodierte vergrabene Munition aus dem Zweiten Weltkrieg.

Brelingen. Der Flächenbrand zwischen Brelingen und Wiechendorf Anfang Juli hat bei Irmtraut Harries-Rübner längst verblasste Erinnerungen geweckt. Nach der Berichterstattung über die bei dem Feuerwehreinsatz explodierende Munition aus dem Zweiten Weltkrieg kamen der langjährigen Leserin dieser Zeitung die eigenen Erlebnisse zum Kriegsende wieder hoch. Und für die in einem Waldstück vergrabene Munition hat die heute in Garbsen lebende Harries-Rübner eine möglicherweise ganz simple Erklärung: "Dort befand sich doch damals eine Flakstellung", sagt die Zeitzeugin im Gespräch.

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Die damals noch sehr junge Irmtraut, mit Mädchennamen Priegnitz, hatte in Brelingen gelebt. Als zehnjähriges Mädchen musste sie kurz vor Kriegsende des öfteren an der Flakstellung vorbei. „Da hatte ich immer große Angst“, gesteht sie sich auch noch heute ein. Ihren Angaben zufolge wurden von dort aus –wie auch von anderen Flakstellungen ringsherum – auf Hannover anfliegende alliierte Bomberverbände beschossen. Wie die heute 85-Jährige weiter berichtet, teilweise auch mit Erfolg. Sie selbst habe Maschinen bei Negenborn und Mellendorf abstürzen sehen.

Wegen der damals herrschenden Not und des Hungers sei sie, wie viele andere Kinder und Erwachsene auch, zu den im heutigen Gebiet der Wedemark abgestürzten Flugzeugen geschlichen und hatte sich aus den Uniformen der toten Besatzungsmitglieder Schokolade stibitzt. „Wir hatten ja nichts –außer Hunger“, erinnert sich Harries-Rübner. Angesichts der verstreut um die Flugzeugwracks verteilt liegenden, zum Teil verstümmelten Leichname verursachen diese Erlebnisse bei ihr auch noch heute ein Schaudern. Wenig verwunderlich, dass Irmtraut Harries-Rübner mit Blick auf die Erfahrungen ihrer Generation an die Jüngeren appelliert, den Frieden nicht nur zu wahren, sondern diesen auch zu schützen.

Von Sven Warnecke

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