Garbsen

Sternfahrt: Mehr als 300 Garbsener protestieren gegen Südlink

Die Radler starten auf dem Rathausplatz zu ihrer Sternfahrt.

Die Radler starten auf dem Rathausplatz zu ihrer Sternfahrt.

Garbsen/Horst. Sie kamen mit dem Rad oder zu Fuß aus drei Richtungen: Mehr als 300 Gegner der Stromtrasse Südlink haben am Ostermontag mit einer Sternfahrt und einem Sternmarsch ihren Protest gegen die Trasse zum Ausdruck gebracht. Dazu hatte die Bürgerinitiative gegen Südlink (BI) aufgerufen. Startpunkt für die Radfahrer war der Rathausplatz in Garbsen. Angeführt von der Polizei, die den Tross sicherte und die Kreuzungen sperrte, ging es zum Zwischenstopp nach Meyenfeld. Dort und unterwegs schlossen sich weitere Südlink-Gegner den Radlern an.

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Rund 200 Fahrradfahrer kamen schließlich am Dorfplatz in Horst an. „Südlink weg, hat keinen Zweck“, skandierten sie. Sie trafen auf weitere Anwohner aus Frielingen und Horst, die zu Fuß aufgebrochen waren und mit Trillerpfeifen auf sich aufmerksam machten. Auch aus Schloß Ricklingen kam eine Gruppe Südlink-Gegner. Alle Stadtteile wären von dem Trassenverlauf westlich an Hannover vorbei betroffen. Auf dem Horster Dorfplatz konnten sie sich an Schautafeln der Bürgerinitive über die Trasse und ihre Auswirkungen informieren.

Gegner befürchten Folgen von Südlink

„Wir sehen den Südlink als überflüssig an und wollen weder eine östliche noch eine westliche Variante an Hannover vorbei“, sagte Angela Thimian-Milz von der BI. Die Gegner der Stromtrasse befürchten durch die „500 Kilovolt Stromautobahn“, die mit acht Rohrleitungen in zwei Metern Tiefe auf einem Kiesbett geführt werden soll, vor allem eine Erwärmung des Bodens. Das sei nach Ansicht der Gegner ein erheblicher Einschnitt in die Natur mit Folgen auch für die Landwirtschaft. Sie befürchten zudem, dass Immobilien an Wert verlieren. „Die gesundheitlichen Folgen sind noch gar nicht absehbar“, sagte Thimian-Milz.

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Südlink gefährdet Planungshoheit

Die Mitglieder der BI befürchten außerdem erhebliche Erhöhungen des Strompreises zwischen 12 und 200 Prozent. „Wir sind nicht gegen regenerative Energien und sauberen Strom“, machte Thimian-Milz deutlich. Die Gegner gehen davon aus, das die Trasse auch für Atomstrom und Strom aus Braunkohle genutzt werden soll. Rüdiger Kauroff, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Garbsen, machte deutlich, dass die Trasse die Planungshoheit der Stadt einschränke. Er rief zum weiteren Protest gegen Netzbetreiber Tennet auf. Die nächste Demonstration ist am Sonnabend, 25. Mai, um 16 Uhr am Schulzentrum I.

Von Anke Lütjens

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