Leibniz-Universität

Studenten helfen Flaschensammlern mit einer App

Mit ihrer Pfand-App wollen sie Flaschensammlern helfen: Mareike Seidel, Bastian Kähne, Neal Asprion, Theresa Riefenstahl, Christoph Reinders und Leonard Zucht (von links).

Mit ihrer Pfand-App wollen sie Flaschensammlern helfen: Mareike Seidel, Bastian Kähne, Neal Asprion, Theresa Riefenstahl, Christoph Reinders und Leonard Zucht (von links).

Hannover. Arme, die Mülleimer nach Pfandflaschen durchsuchen, gehören inzwischen zum Stadtbild. Oft sind es Obdachlose, manchmal auch Senioren, die sich mit dem Pfandgeld die Rente aufbessern. Eine Gruppe Studenten im Verein Enactus will den Flaschensammlern nun das Leben etwas leichter machen. Sie arbeiten an einer Handy-App, mit der sie Spender und Sammler zusammenbringen wollen. Die Idee kam Informatikstudent Christoph Reinders nach einer Klausurenphase, in einer Ecke hatten sich Unmengen von Flaschen angesammelt.

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Spende für Flaschensammler wird einfacher

"Mit der Pfandspende unterstützt man Menschen, denen es nicht so gut geht und die sonst im Mülleimer wühlen müssen", erklärt der 27-Jährige.  Bei Enactus an der Leibniz-Uni Hannover war Reinders zuvor bereits aktiv. Die internationale Studentenorganisation will unternehmerische Fähigkeiten mit gesellschaftlichem Engagement verbinden. Sein Vorschlag kam dort gut an. Reinders fand heraus, dass in Berlin bereits die Initiative Pfandgeben.de aktiv ist. Dort finden Spender und Pfandsammler per Telefon zueinander.

„Die meisten Leute wollen aber nicht telefonieren, sondern einfach eine Nachricht schreiben“, berichtet Student Leonard Zucht. Das hatte Reinders per Umfrage ermittelt. Mit der App sollen Spender angeben können, wie viele Flaschen sie loswerden wollen sowie an welcher Stelle und wann ein Sammler sie abholen kann. Per Zufallsauswahl ermittelt das Programm einen passenden Abholer, der im Viertel unterwegs ist und die angegebene Menge an Pfandgut auch transportieren kann. Flaschensammler ohne Smartphone bekommen Nachrichten per SMS. „Tatsächlich haben die meisten Pfandsammler ein Handy oder Smartphone“, erzählt Leonard Zucht, der Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

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Ein persönliches Treffen ist möglich, aber nicht notwendig

Eine Begegnung zwischen Sammler und Spender ist möglich, aber nicht zwingend erforderlich. „Wer möchte, kann eine persönliche Übergabe vereinbaren. Oder auch den Kontakt halten, wenn er den Pfandsammler weiter versorgen will“, erläutert der 23-jährige Zucht. Zur Gruppe gehören zwei Programmierer, ein Student kümmert sich um das App-Design, vier um Marketing und Sponsoring. Für das App-Projekt kooperieren die hannoverschen Studenten mit der Berliner Initiative Pfandgeben.de vom Verein Mensch Mensch Mensch. Die App Pfandgeben.de startet voraussichtlich Ende Juli. Beide Vereine werden sie zunächst vor allem in Berlin und Hannover bekannt machen. „Im Grunde ist sie überall nutzbar. Das Ganze funktioniert aber nur, wenn sich an einem Ort genügend Sammler und Spender finden“, sagt Zucht.

Reinders ist überzeugt, dass die Zielgruppe möglicher Spender groß ist: Wohngemeinschaften, in denen sich niemand fürs Flaschenentsorgen verantwortlich fühlt, Radfahrer, denen der Leerguttransport zu umständlich ist oder gestresste Berufstätige.

Von Bärbel Hilbig

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