Wegen technischer Probleme

Teure Polizeimotorräder stehen im Schnee

Doch bei der feierlichen Übergabe der Polizeimotorräder, an der auch Christian Grahl, der Präsident der zuständigen Zentralen Polizeidirektion (ZPD) teilnahm, stellten die Experten fest, dass die Funkgeräte nicht einwandfrei funktionierten. Seitdem versucht der Hersteller, den Fehler zu beheben.

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Die Fahrzeuge werden ungeschützt unter freiem Winterhimmel gelagert. „Wenn die Motorräder extremen Witterungsbedingungen ausgesetzt sind, kann das unter Umständen sehr schädlich sein“, sagte Wolfgang Müller vom ADAC. Der Hersteller wies diese Bedenken zurück: „Eine Beschädigung der Fahrzeuge, welche sich auf dem Gelände der Niederlassung in weitgehend salz- und streugutfreier Umgebung befinden, ist nicht zu befürchten“, teilte BMW-Sprecherin Liane Drews der HAZ auf Anfrage mit.

Der eine oder andere Mitarbeiter der BMW-Niederlassung im EXPO-Park zeigte sich entsetzt, als er am Donnerstag von dieser Zeitung erfuhr, dass auf ihrem Hof 38 nagelneue Polizeimotorräder seit Wochen ungeschützt Eis und Schnee ausgesetzt sind. „Das kann gar nicht sein, ich gehe sofort nachsehen“, sagte ein überraschter Verkäufer, um im nächsten Moment einzugestehen: „Das stimmt ja tatsächlich.“

Eigentlich hatte die Polizei seit dem 16. Dezember 2009, dem Tag, an dem sie offiziell der Behörde übergeben wurden, mithilfe der Kräder für mehr Sicherheit auf den Straßen den Landes sorgen wollen. Das aber, so stellt es die Polizei dar, sei bisher an technischen Mängeln an den Funkgeräten der Motorräder vom Typ R 1200 RT gescheitert.

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Stattdessen sind die Neufahrzeuge im Wert von insgesamt 950.000 Euro (die Mittel stammen zum Teil aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung) schonungslos dem kalten Winter ausgesetzt – ein Umstand, der laut ADAC sehr schädlich für die Maschinen sein kann. „Durch Schnee und Eis können zum Beispiel Gummidichtungen porös werden, was wiederum schwerwiegende Folgeschäden wie das Auslaufen des Gabelöls nach sich ziehen kann“, erklärt Wolfgang Müller vom Automobilclub. Darüber hinaus könnten, so der Experte weiter, die Kette, die Felgen und der Zylinderkopf durch Schnee und Eis in Mitleidenschaft gezogen werden. „Ich würde mir ganz genau überlegen, ob ich so ein Motorrad noch kaufen würde“, sagt Müller.

Bei der Zentralen Polizeidirektion (ZPD), die für die Anschaffung der Motorräder zuständig ist, soll die Angelegenheit genau geprüft werden. „Ich vermag nicht einzuschätzen, ob die Maschinen durch die Witterung gelitten haben – wir werden jedes Motorrad allerdings bei der Übergabe einzeln durchchecken“, sagt Behördensprecher Karsten Wolff. Die ZPD geht nach Angaben ihres Sprechers davon aus, dass 26 Motorräder Ende kommender Woche, die übrigen kurz darauf ausgeliefert werden können. „Erst dann werden die Fahrzeuge auch bezahlt“, so Wolff weiter.

Bei den 110 PS starken Maschinen handelt es sich nicht um Serienmodelle. Wegen der zahlreichen Sonderausstattungen wie einem speziellen Fahrwerk, das Geländefahrten und Beschleunigungen erleichtert, kosten die BMW-Maschinen 6000 Euro mehr der herkömmliche Bautyp. Bei der geplanten Übernahme im Dezember vergangenen Jahres stellte die ZPD fest, dass die Funkgeräte nicht störungsfrei funktionierten. „Kommunikation ist für uns lebensnotwendig, darum haben wir um Nachbesserung gebeten“, sagt Wolff.

„Nach unseren Informationen stehen die Maschinen seit der sechsten Kalenderwoche zur Abholung bereit, nur hat die Polizei bislang aufgrund der Wetterlage auf die Abholung verzichtet“, teilte dagegen BMW-Sprecherin Liane Drews mit. Acht der 38 neuen Maschinen werden übrigens in den Fuhrpark der Polizeidirektion Hannover eingegliedert. Dort ist es eine Selbstverständlichkeit, dass alle 45 Motorräder immer untergestellt werden – in einer Tiefgarage, geschützt vor Schnee und Eis.

Michael Thomas / Tobias Morchner

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